Poesie und Romantik: Von Espronceda bis zum Modernismo
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Poesie und Romantik
Die Romantik entwickelte sich in Spanien erst spät, als die Liberalen aus dem Exil zurückkehrten und ihre Werke bekannt machten. Sie waren von der neuen Ästhetik inspiriert, die in England und Frankreich bereits Fuß gefasst hatte. Die spanische Romantik teilte die europäische Wertschätzung für Subjektivität und die Freiheit des Dichters gegenüber sozialen Normen und den Regeln der neoklassizistischen Literatur. Sie unterschied sich jedoch durch ihre Inspiration aus der Romantik und Dramatik des 16. und 17. Jahrhunderts.
José de Espronceda: Der Inbegriff der Romantik
José de Espronceda ist mit seiner Rebellion, seinem politischen Radikalismus und seiner religiösen Skepsis das ultimative Beispiel für die ausgeprägte Romantik. Zu seinem Werk gehören zwei lange narrative Gedichte:
- El estudiante de Salamanca
- Das unvollendete Werk El diablo mundo (mit einem anspruchsvollen Mix aus Genres)
Espronceda ist zudem Autor sozial orientierter Gedichte wie La canción del pirata, El verdugo und El mendigo.
Gustavo Adolfo Bécquer: Legenden und Lyrik
Gustavo Adolfo Bécquer, der früh verwaiste, lebte aufgrund seiner schlechten Gesundheit und Armut bescheiden von der Mitarbeit in Zeitschriften. Er veröffentlichte Legenden und fantastische Erzählungen, die an vergangene Zeiten erinnern und sich mit den unerreichbaren Wünschen der Protagonisten identifizieren.
Seine Rimas zeichnen sich meist durch assonante Reime aus. Bécquer gelingt es, mit suggestiver Sprache flüchtige Realitäten wie Schlafstörungen, Murmeln oder Seufzer einzufangen. Ein weiteres Merkmal ist die Verwendung von Adjektiven, die veränderliche Eigenschaften beschreiben: unruhig, geheimnisvoll, fliegend und viele andere.
Literatur und Kunst des späten 19. Jahrhunderts
In der Literatur und Kunst des späten 19. Jahrhunderts suchten die Künstler nach individuellem Ausdruck, um sich vom Konformismus des bürgerlichen Lebens und dessen materialistischen Werten abzugrenzen.
Die subjektive Darstellung sollte Stimmungen und Wahrnehmungen ausdrücken. Strömungen wie der Parnassismus, Symbolismus und Dekadentismus unterstützten diese Entwicklung. Der Modernismo bewertete vor allem dekorative Aspekte, musikalische und lyrische Sprache, während diffuse Stimmungen durch Bilder und Symbole ausgedrückt wurden. Die Ära der literarischen Moderne war zwischen 1885 und 1914 in Kraft.