Der politisch-institutionelle Hintergrund des Franco-Regimes
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Politisch-institutioneller Hintergrund
Die wichtigste Funktion des Regimes war die diktatorische Macht, die persönlich bei General Franco lag. Er hielt sowohl den Posten des Staatsoberhauptes, des Ministerpräsidenten, des Leiters der einzigen Partei als auch des Generalissimus inne. Weitere Merkmale waren:
- Konzentration aller staatlichen Kräfte: Neben der Ausübung der Exekutivgewalt kontrollierte Franco die Legislative und griff in die Justiz ein. Seine Herrschaft war um Symbole und Slogans aufgebaut, wie etwa: „Francisco Franco, Caudillo von Spanien von Gottes Gnaden“.
- Fehlende Verfassung: Es gab keine grundlegende Verfassung, sondern lediglich „Grundlegende Gesetze“. Franco wollte damit die Existenz von Institutionen vermeiden, die seine persönliche Macht hätten begrenzen können.
- Leugnung des politischen Pluralismus: Es wurde nur eine politische Partei anerkannt: die Falange Española Tradicionalista y de las JONS.
- Existenz ideologischer Familien: Innerhalb des Franco-Regimes existierten verschiedene ideologische Strömungen, die unterschiedliche politische Einstellungen vertraten.
- Mangel an individuellen Freiheiten: Meinungs-, Demonstrations-, Streik-, Versammlungs-, Vereinigungs- und Wahlfreiheit waren verboten. Erst 1966 wurde durch ein neues Pressegesetz die Zensur formal abgeschafft, wenngleich eine strenge Kontrolle bestehen blieb.
- Ablehnung der Volkssouveränität: Das Regime lehnte die repräsentative Demokratie ab.
- Hoher Grad der Zentralisierung: Eine strikte vertikale Machtstruktur prägte den Staat.
- Militarisierung des Regimes: Militärpersonal besetzte wichtige politische Funktionen und zivile Ministerien; zudem wurde ihnen polizeiliche und justizielle Arbeit zugewiesen.
- Kontrolle des Arbeitsplatzes: Das faschistische Konzept des nationalen Staates leugnete widerstreitende Interessen. Das Regime wurde durch institutionelle Gewalt gestärkt.
- Starke Repression: Die Unterdrückung zielte auf die Beseitigung politischer Gegner ab, unter anderem durch Gesetze wie das Gesetz über die politische Verantwortung. Die Nachkriegszeit war geprägt von der Härte der Sieger gegenüber den Besiegten.
Es wurde eine offizielle Kultur etabliert, die auf den Werten des traditionellen, antiliberalen Katholizismus basierte. Die offizielle Geschichtsschreibung betonte kaiserliche Herrlichkeit, das Konzept der Hispanidad und kritisierte jegliche Heterodoxie. Dabei wurde ein manichäisches Bild der Nation entworfen, das mit dem Dualismus „Anti-Spanien gegen Spanien“ spielte.
Politische Familien und Machtstrukturen
Innerhalb der Unterordnung unter den Anführer gab es verschiedene „Familien“ oder Gruppen mit unterschiedlichen politischen Sensibilitäten. Da politische Parteien verboten waren, wurde die Falange zur „Nationalen Bewegung“ umbenannt. Jede Familie versuchte, Francos Entscheidungen zu beeinflussen. Franco nutzte diese Rivalitäten, um seine eigene Macht unangefochten zu sichern.
Das Militär
Viele der Rebellenführer blieben nach dem Krieg an Francos Seite. Ihre Tätigkeit war nicht nur auf die Verteidigung des Landes beschränkt, sondern sie hatten durch Kriegsgerichte auch die Gerichtsbarkeit über politische Verbrechen inne. Die meisten höheren Offiziere teilten die Ideologie des Sieges von 1939: Antikommunismus und die Ablehnung von Separatismus.
Die Falange
Die Falange der Franco-Ära hatte wenig mit der ursprünglichen Partei von José Antonio Primo de Rivera zu tun. Nach dem Tod der Führung und der Marginalisierung alter Kader gab Franco der Partei eine einheitliche Struktur, die als Pool für Funktionäre diente. Ihre Ideologie war dem deutschen Nationalsozialismus und italienischen Faschismus nahe. In den frühen Jahren besetzten Falangisten viele Posten, doch nach der Niederlage der Achsenmächte im Zweiten Weltkrieg nahm ihr Einfluss in der Regierung schrittweise ab.