Was ist politische Macht? Definition und Merkmale

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Macht ist die Fähigkeit, das Verhalten anderer zu beeinflussen. Die menschliche Gesellschaft wird auf allen Ebenen durch Machtverhältnisse konstituiert – sei es im militärischen, religiösen oder sportlichen Bereich.

Merkmale politischer Macht

Wir untersuchen die politische Macht, welche die folgenden Merkmale aufweist:

  • Sie betrifft die gesamte Gemeinschaft und ist allgemein gültig.
  • Sie ist unausweichlich. Es handelt sich um Zwangsmaßnahmen, deren Nichteinhaltung sanktioniert wird.

Max Weber definiert den Staat als eine politische Gemeinschaft; eine Gemeinschaft, die über eine Macht verfügt, welche das Monopol der legitimen Gewalt innehat.

Wie manifestiert sich Macht?

Macht manifestiert sich durch Regeln, die wir als Gesetze bezeichnen. Diese Regeln erfüllen dieselben Funktionen wie die Macht selbst (sie sind in der Regel unvermeidbar sowie mit Zwangsmaßnahmen verbunden) und dienen dazu, das Recht durchzusetzen. Der Rechtsstaat ist daher eine Manifestation der politischen Macht durch das Recht. Es gibt zudem andere, nicht-rechtliche Normen, wie soziale Normen (z. B. Erziehung mit sozialen Sanktionen), religiöse Normen oder sportliche Regeln.

Die Legitimität der Macht

Warum gehorchen Menschen der Macht? Max Weber ging auch dieser Frage nach. Wir bezeichnen Macht als legitim, wenn ein Konsens in der Gesellschaft besteht und die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung sie als richtig anerkennt. Laut Weber gibt es drei Hauptgründe für die Legitimation, die in der Geschichte aufgetreten sind:

  • Physische Kraft: Dies ist die primitivste Form. Die dominierende Gruppe ist schlichtweg die stärkere.
  • Traditionelle Legitimation: Hier basiert die Macht auf Vererbung, etwa wenn Macht in traditioneller Weise von den Vätern auf die Kinder übertragen wird. In diesem Kontext wird auch die charismatische Legitimation genannt: Eine Person wird aufgrund ihres Charismas und ihrer Persönlichkeit zum Führer.
  • Rechtsform: Hier beruht die Legitimität auf Gesetzen. Nur jene Macht gilt als legitim, die aus Wahlen hervorgeht. Schon in der griechischen Antike gab es Wahlen, wobei Ämter oft befristet waren und gewählte Personen zur Annahme verpflichtet wurden.

Politische Macht wird über zunehmend komplexe Organisationen ausgeübt. Eine Organisation besteht aus verschiedenen Teilen (Inputs und Outputs), steht in Beziehung zu anderen Organen und dient dem Erhalt des Ganzen. Alle Organismen weisen einen Widerstand gegen Veränderungen auf.

Macht und Politik hat es schon immer gegeben. In jeder menschlichen Gesellschaft existiert eine politische Organisation, die wir gemeinhin als Staat bezeichnen (wie beispielsweise den griechischen Stadtstaat).

Der moderne Staat

Nicht jede politische Organisation wird als Staat bezeichnet. Der Staat ist eine spezifische politische Organisation, die in einem bestimmten Zeitraum und Gebiet entstanden ist: Er wurde in Westeuropa am Ende des Mittelalters und zu Beginn der frühen Neuzeit, namentlich in der Renaissance, geboren. Dieser Staat unterscheidet sich von anderen Organisationsformen durch die Institutionalisierung von Machtverhältnissen.

Die Institution

Eine Institution ist eine Menge von personellen, materiellen und finanziellen Ressourcen, um bestimmte Ziele zu erreichen. Das Hauptziel ist die Verteidigung des allgemeinen Interesses. Der Staat besteht aus einer Reihe politischer Institutionen (ein Beispiel hierfür ist die Verwaltung der Kanarischen Inseln). Eine politische Institution ist ein Organ des Staates, das politischen Interessen dient.

Aus einem anderen Blickwinkel betrachtet, besteht der Staat aus drei wesentlichen Elementen:

  1. Die politische Macht: Sie ist essenziell für die Existenz eines Staates. Im modernen Staat wird sie oft als souveräne Macht oder Herrschaft bezeichnet. Sie ist souverän, weil sie die höchste Macht darstellt (keine andere steht darüber) und auf unbestimmte Zeit angelegt ist.
  2. Das Volk: Ohne Menschen gibt es keinen Staat. Die politische Macht begleitet den Menschen von der Zeit vor der Geburt (z. B. Regelungen zum Schwangerschaftsabbruch) über die Geburt (Eintragung ins Register) bis hin zum Tod. Die Nationalität beschreibt dabei die spezielle rechtliche und politische Beziehung zwischen einer Person und einem Staat.
  3. Das Territorium: Ohne Gebiet kann keine Macht ausgeübt werden. Das Hoheitsgebiet eines Staates reicht über den Boden hinaus bis in die Atmosphäre.

Besonderheiten und Probleme am Beispiel der Kanarischen Inseln

Die Abgrenzung auf See führt oft zu Problemen. Heute unterscheidet man zwischen Hoheitsgewässern und der ausschließlichen Wirtschaftszone. Im internationalen Seerecht gilt: Wenn zwei Staaten (wie Marokko und die Kanareninsel Lanzarote) nah beieinander liegen, wird oft die Mittellinie (Median) als Grenze gezogen. Marokko erkennt dies jedoch teilweise nicht an. Ein weiteres Problem betrifft die Gewässer zwischen den Inseln (z. B. Teneriffa und Gran Canaria), da diese teils als internationale Gewässer gelten könnten, über die keine volle staatliche Kontrolle besteht.

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