Politische Entwicklungen Ende 19. / Anfang 20. Jahrhundert
Eingeordnet in Sozialwissenschaften
Geschrieben am in
Deutsch mit einer Größe von 4,44 KB
T.7. Zwischen dem Ende des S.19 und S.20: Politische Ereignisse
- Nach der Wiedervereinigung gewann Deutschland an Bedeutung durch ein weitreichendes Bündnisnetzwerk; sein Außenminister war Bismarck. Kein Krieg, aber Spannungen. Die Flotte wurde teilweise als "Paz" bezeichnet.
- Kolonialer Imperialismus führte zur Eroberung durch die Großmächte, vor allem in Afrika, und zur Kolonisierung großer Teile Asiens. Er provozierte Spannungen und Reibungen zwischen den einzelnen Ländern und trug, zusammen mit anderen Faktoren, zur Auslösung des Ersten Weltkriegs bei.
- Russische Revolution 1917: Als 1917 die Russische Revolution ausbrach, führte sie zur Errichtung des ersten kommunistischen Regimes und zu tiefgreifenden Veränderungen in der russischen Wirtschaft und Gesellschaft.
Ursachen des kolonialen Imperialismus
Die Entwicklung der zweiten Phase der Industriellen Revolution veranlasste die meisten Industrieländer, neue Gebiete zu suchen, um die Industrie mit Rohstoffen und Energiequellen zu versorgen und Investitionsmöglichkeiten in anderen Regionen zu finden. Die gesteigerte Produktion führte zu großen Kapitalüberschüssen; europäische Mächte, die USA und Japan strebten danach, Teile Afrikas sowie große Teile Asiens und Ozeaniens zu erobern und Kolonien in diesen Gebieten zu etablieren. Andere Faktoren, die die koloniale Expansion begünstigten, waren:
- Demografische und soziale Gründe: Das starke Bevölkerungswachstum in Europa und der vermehrte Einsatz von Maschinen förderten die Auswanderung in die Kolonien.
- Politik: Die angespannten internationalen Beziehungen veranlassten die europäischen Regierungen, Territorien zu kontrollieren, um Macht zu gewinnen und ihr Ansehen zu erhöhen.
- Wissenschaftliche Motivation: Der Wunsch, neue Gebiete zu erforschen.
- Kulturelle Gründe: Der Glaube an die Überlegenheit der weißen Rasse wurde häufig als Pflicht verstanden, anderen Völkern Zivilisation, europäische Kultur und die christliche Religion zu bringen.
Auch die koloniale Expansion wurde durch Fortschritte im Transportwesen und den Bau neuer Straßen und Verkehrswege erleichtert.
Folgen des Kolonialimperialismus
- Wirtschaftlich: Die natürlichen und menschlichen Ressourcen der Kolonien wurden ausgebeutet.
- Demografisch und sozial: Bevölkerungswachstum in den Kolonien durch Zuwanderung europäischer Siedler und Rückgang der Sterblichkeit; gleichzeitig kam es zu Rassentrennung.
- Politisch: Kolonisatoren nutzten die Kolonien, um ihre Rivalitäten auszutragen.
- Kulturell: Die westliche Kultur wurde den einheimischen Bevölkerungen oftmals aufgezwungen.
Ursachen des Ersten Weltkriegs
Landansprüche in verschiedenen Ländern, wirtschaftliche Rivalitäten und koloniale Interessen sowie die Bildung von zwei Bündnissen: der Dreibund (Deutschland, Österreich-Ungarn und Italien) und die Triple Entente (Frankreich, Großbritannien und Russland) führten zu einer äußerst angespannten Lage in Europa.
Merkmale des 1. Weltkrieges
- Es kamen neue Waffen und Verteidigungssysteme zum Einsatz; zudem wurden neue technische und organisatorische Kontrollsysteme verwendet.
- Der Krieg führte zur verstärkten Einbindung von Frauen in die Erwerbsarbeit.
- Die Wirtschaft wurde auf Kriegsproduktion ausgerichtet; das Ziel war die Herstellung von Rüstungsgütern. Aufgrund von Knappheit litt die Zivilbevölkerung unter Rationierungen, und es kam zu stärkerem staatlichen Eingreifen in die Wirtschaft.
- Propaganda diente der Aufrechterhaltung der Moral von Bevölkerung und Truppen durch Medienkampagnen.
Folgen des Krieges
- Große Verluste an Menschenleben; viele Verwundete, Kriegsversehrte und Waisenkinder.
- Soziale Transformationen: Frauen übernahmen Erwerbspositionen, die zuvor von Männern besetzt waren. Es kam zu Verarmung der Mittelschichten und zur Entstehung einer neuen Gruppe ehemaliger Frontkämpfer, die Schwierigkeiten hatten, sich reibungslos ins zivile Leben einzugliedern.
- Territoriale Änderungen: Entstehung Finnlands, Estlands, Lettlands, Litauens, Polens, Jugoslawiens, der Tschechoslowakei und Ungarns; Rückgaben und Neuordnung von Territorien.