Politische Geographie: Staaten, Systeme und Weltordnung

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Die politische Weltkarte

Die politische Weltkarte ist der geographische Ausdruck des zwischenstaatlichen Systems.

Merkmale der Staaten

Sie bietet eine Momentaufnahme der Staaten zu einem bestimmten Zeitpunkt, da sich die Welt ständig verändert.

Die Sowjetunion (UdSSR)

Die UdSSR bestand aus 15 Republiken: Russland, Weißrussland, Estland, Lettland, Litauen, Moldau, Ukraine, Armenien, Aserbaidschan, Georgien, Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan.

Sozialistisches Wirtschaftssystem

Der Staat besaß die Kontrolle über die Produktionsmittel. Staatliche Entscheidungen waren obligatorisch und der Markt wurde streng reguliert. Der Staat bestimmte Menge und Qualität der Import- und Exportprodukte. Das Ziel war die Vermeidung der Ausbeutung von Arbeitnehmern durch zentrale Lohnfestlegungen statt marktwirtschaftlicher Mechanismen.

Systemkrise

Die Krise entstand, weil das starre System nicht die erwarteten Ergebnisse lieferte und die kapitalistischen Länder technologisch sowie beim Wohlstand überlegen waren.

Der Zerfall Jugoslawiens

1920 erfolgte die erste politische Einigung der verschiedenen Völker auf der Balkanhalbinsel unter einer monarchistischen Staatsform.

Staatsformen

  • 1920: Monarchie
  • 1945: Vielvölkerstaat

Unter Tito wurde das Land durch Gewalt wiedervereinigt. Nach seinem Tod kam es zum Wiederaufleben des Nationalismus. Die ethnische Säuberung bezeichnete die gewaltsame Zwangsumsiedlung nicht-serbischer Zivilbevölkerung zur Gebietsbesetzung.

Staatlichkeit und Souveränität

Ein Staat regelt das Leben verschiedener Gemeinschaften durch ein Territorium, ein Volk und eine Regierung mit einem Rechtssystem.

Typen von Staaten

  • Nationalstaat: Bestehend aus einer Nation (z. B. Argentinien).
  • Vielvölkerstaat: Bestehend aus zwei oder mehr Nationen (z. B. Paraguay).
  • Territorialstaat: Mehrere Nationen, die nicht harmonisch zusammenleben (z. B. UdSSR).

Grenzen und Hoheitsgewässer

Die Regierung übt Souveränität innerhalb ihrer Grenzen aus. Internationale Grenzen sind konventionelle Linien. Das Seerecht umfasst:

  • Küstenmeer: 12 Meilen (volle Souveränität).
  • Anschlusszone: 12 Meilen (Kontrollmaßnahmen).
  • Ausschließliche Wirtschaftszone: 200 Meilen (Rechte zur Ressourcennutzung).

Der Luftraum endet nach gängiger Definition in einer Höhe von 100 km.

Die bipolare Welt (1945–1989)

Der Kalte Krieg war durch permanente Spannungen zwischen dem westlichen Block (USA) und dem sowjetischen Block gekennzeichnet. Die USA befürworteten Demokratie und Privatinitiative, während der kommunistische Block auf Sozialismus und Staatseigentum setzte.

Die multipolare Welt (1989–2001)

Nach dem Zusammenbruch des kommunistischen Blocks 1991 blieb die USA die militärische Weltmacht, während sich wirtschaftlich drei Zentren bildeten: USA, Japan und die Europäische Union.

Die einseitige Welt (seit 2001)

Die Anschläge vom 11. September 2001 markierten den Beginn einer neuen internationalen Ordnung. Diese Phase schränkt die Autonomie weniger entwickelter Staaten ein und erschwert die internationale Zusammenarbeit bei globalen Problemen.

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