Politische Philosophie: Von Machiavelli bis Hobbes

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Machiavelli und die Krise des klassischen Ideals

Seine Position ist als politischer Realismus bekannt: Wir müssen den Staat so sehen, wie er ist, und nicht, wie er sein sollte. Aus dieser Perspektive lässt sich Folgendes analysieren:

  • Menschen sind von Natur aus egoistisch.
  • Die menschliche Natur ist konstant und ändert sich nicht; dies lässt sich durch die Beobachtung menschlichen Handelns in der Gegenwart und Vergangenheit belegen.
  • Aus Eigeninteresse streben Menschen um jeden Preis nach Macht.
  • Politik wird zur Wissenschaft: Um politische Macht zu gewinnen und zu erhalten, muss man klug den Terror nutzen, um das Verhalten zu steuern, und die Religion einsetzen, um das Gewissen zu kontrollieren.
  • Weder Religion noch moralische Legitimität legitimieren den Staat; er legitimiert sich allein durch die Gewalt der Umstände.
  • Der Grund für den Staat liegt in der Sicherung des Eigentums und der Ausübung politischer Macht. Da man nicht jeden beherrschen kann, ist strategisches Handeln erforderlich. Es gibt keine Harmonie zwischen den Interessen des Staates und der Bürger sowie zwischen Ethik und Politik.

Die moderne Vertragstheorie

Die Vertragstheorie versucht, den von Machiavelli beschriebenen Konflikt zwischen den Interessen des Staates und der Bürger in Einklang zu bringen. Die Idee ist, dass Interessenkollisionen durch einen Gesellschaftsvertrag friedlich gelöst werden sollten – ein Konzept, das historisch gesehen jedoch selten konsequent umgesetzt wurde.

Thomas Hobbes: Der Leviathan

Für Thomas Hobbes sind Menschen egoistisch und ängstlich, was zu einer enormen Sehnsucht nach Geborgenheit führt. Im Naturzustand gilt: „Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf.“ Jeder hat das Recht, sich zu nehmen, was er kann, was zum Krieg aller gegen alle führt. Wir können diese Situation durch Vernunft lösen, indem wir:

  • Den traurigen Zustand unserer Natur erkennen.
  • Uns verpflichten, unsere Macht an einen Dritten – den Monarchen – abzutreten, was zur Gründung der Zivilgesellschaft führt.

Merkmale der Hobbes'schen Zivilgesellschaft:

  • Nur der Monarch kann Gesetze erlassen, und seine Macht ist absolut.
  • Er selbst unterliegt nicht den von ihm erlassenen Gesetzen.
  • Die Gesetze sind wenige, öffentlich, klar und konsequent; sie stehen im Verhältnis zu den Verbrechen.
  • Das Staatsoberhaupt ist zugleich das Oberhaupt der Kirche.
  • Der König muss seine Aufgaben wirksam erfüllen; die Untertanen können ihn jedoch stürzen, wenn er Frieden und Sicherheit nicht mehr garantieren kann.

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