Das Portal des Klosters Santa Maria de Ripoll
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Zeitplan und Stil
11. Jahrhundert: Die Kirche wurde von Abt Oliva im Jahre 1032 geweiht.
Stil: Katalanisch-romanischer Stil. Technik: Steinmetzkunst (Relief). Material: Stein. Formen: Hochrelief. Urheber: Werkstätten aus dem Roussillon. Ort: Kloster Santa Maria de Ripoll.
Architektur der Fassade
Die Anordnung der Fassade erinnert aufgrund ihrer rechteckigen Form an einen Triumphbogen. Die zentrale Türöffnung ist mit Archivolten versehen, die abwechselnd mit geometrischen und figürlichen Motiven verziert sind; ein Tympanon fehlt hingegen.
Ikonographie und Themen
Die Themen sind auf verschiedene Register, Archivolten und den Sockel verteilt. Im zentralen Teil des obersten Registers thront Christus in Majestät (Pantokrator), das Buch in seiner linken Hand haltend. Er ist umgeben von vier Engeln, den Figuren des Tetramorphs und den 24 Ältesten der Apokalypse, die ihm huldigen.
Im Register unmittelbar darunter befinden sich zwei weitere Darstellungen des Tetramorphs sowie die Gesegneten, die Christus preisen. Auf der rechten Seite, im dritten und vierten Register, sind Szenen aus dem Buch Exodus der Bibel zu sehen, vermutlich inspiriert durch die Bibel von Ripoll. Auf der linken Seite finden sich Szenen aus dem Buch der Könige.
Unten, eingerahmt von Bögen, stehen zehn Persönlichkeiten, darunter Gott, Moses, König David und Abt Oliva, der das Kloster weihte. Auf der untersten Platte sind fantastische Tierformen wie kämpfende Raubkatzen dargestellt. Der linke Sockel zeigt ein Fabelwesen, während der rechte die Qualen der Verdammten darstellt, die eine Todsünde begangen haben.
Details der Archivolten
Am Eingang und im Außenbereich lassen sich verschiedene dekorative Motive unterscheiden: Pflanzen, Tierkreiszeichen, Geschichten der Heiligen Petrus und Paulus, Erzählungen der Propheten Jona und Daniel sowie Allegorien der Monate des Jahres. Zudem erscheint die Gestalt des thronenden Christus, der segnet, begleitet von zwei anbetenden Engeln. Diese Darstellungen entspringen dem Wunsch nach Ewigkeit: Die biblischen Szenen wurden in Stein gehauen, um die Zeiten zu überdauern.
Grundlage und Ausführung
Die Ikonographie basiert auf den Illustrationen der Bibel von Ripoll. Die Ausführung war das Werk von Handwerkern aus den Werkstätten des Roussillon, vermutlich beeinflusst durch andere Ateliers italienischer Herkunft.
Durch die Ähnlichkeit mit einem Triumphbogen und die Verteilung über übereinanderliegende Friese werden Szenen der Bibel von Ripoll lebendig. Der von vier Engeln umgebene Pantokrator präsidiert über den oberen Fries, während die Figuren auf beiden Seiten auf die ersten beiden Register (Tetramorph), die 24 Ältesten der Apokalypse und die Gesegneten verteilt sind.
Bedeutung und Symbolik
In diesem Portal zeigt sich eine aufsteigende Symbolik: Der Sockel repräsentiert die Hölle. Die sechste Platte stellt die Lebewesen auf der Erde dar, während die fünfte die verschiedenen sozialen Klassen der damaligen Zeit zeigt. Im dritten Register werden Geschichten des Alten Testaments erzählt. Ganz oben thront Christus in Majestät, umgeben von vier Engeln, den Evangelisten, den 24 Ältesten der Apokalypse und den Gesegneten.
Funktion des Portals
Nach Cirici Pellicer sollte dieses Tor als Triumphbogen zur Verherrlichung des Christentums errichtet werden. Eduard Junyent hingegen deutet das Werk als Allegorie auf die Rückeroberung (Reconquista) von Gebieten, die von Muslimen besetzt waren, durchgeführt von Ramon Berenguer III. (dem Großen) und seinem Sohn Ramon Berenguer IV.