Post-prädikative to-Klauseln: Adjektive und Raising

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Post-prädikative to-Klauseln und Adjektivsteuerung

Post-prädikative to-Klauseln werden häufig durch Adjektive gesteuert. Dabei lassen sich fünf semantische Kategorien unterscheiden:

  • Grad der Gewissheit: Diese Adjektive drücken die Möglichkeit oder Überzeugung bezüglich der Idee in der to-Klausel aus (z. B. certain, sure, likely). Beispiel: He is likely to leave his job.
  • Fähigkeit oder Bereitschaft: Ausdruck von Fähigkeit, Bewusstsein oder Verpflichtung gegenüber der Aktion (z. B. ready, willing, inclined). Beispiel: He is ready to answer the questions.
  • Emotion oder Haltung: Emotionale Reaktion auf den Inhalt der Klausel (z. B. glad, happy, sorry, relieved). Beispiel: I am relieved to finish the exams. Diese Gefühle werden der Person zugeschrieben, die das Subjekt des Satzes bildet.
  • Leichtigkeit oder Schwierigkeit: Bewertung des Sprechers darüber, wie schwer oder leicht eine Aufgabe zu bewältigen ist (z. B. hard, easy).
  • Evaluation: Bewertung einer Handlung oder Situation (z. B. nice, smart, bad). Im Gegensatz zu Haltungs-Adjektiven geben sie eine externe Bewertung ab. Beispiel: It is nice to meet you.

Raising: Subjekt-zu-Subjekt-Anhebung

Die Subjekt-zu-Subjekt-Anhebung (Subject-to-Subject Raising) ist eine Struktur, bei der das Subjekt der abhängigen to-Klausel zum Subjekt des Hauptsatzes „angehoben“ wird. Dies tritt bei Verben der Wahrscheinlichkeit oder einfachen Sachverhalten auf (z. B. seem, tend, appear).

Raising bei adjektivgesteuerten to-Klauseln

Obwohl diese Klauseln oberflächlich gleich erscheinen, variiert die Beziehung zwischen den Subjekten:

  • Einfache Form: Das implizite Subjekt der to-Klausel entspricht dem Subjekt des Hauptsatzes. Beispiel: Joan was highly motivated to succeed.
  • Gewissheits-Adjektive: Adjektive wie likely oder certain lösen eine Subjekt-zu-Subjekt-Anhebung aus. Das grammatische Subjekt des Hauptsatzes ist das implizite Subjekt der to-Klausel, während das logische Subjekt die gesamte Klausel ist.
  • Objekt-zu-Subjekt-Anhebung: Bei Adjektiven der Leichtigkeit oder Schwierigkeit (z. B. hard, difficult, impossible) wird das Objekt der to-Klausel zum Subjekt des Hauptsatzes. Beispiel: Vaccines are impossible to control.

Raising versus Extraposition

Es gibt oft zwei Alternativen: Raising oder eine extraponierte Klausel. Raising wird in vielen Registern bevorzugt, da es dem typischen englischen Informationsfluss entspricht, bei dem bekannte Informationen vor neuen Informationen in der Subjekt-Position platziert werden. Beispiel: Sarah went to buy a dress... she seems very excited. Extraponierte Konstruktionen werden bevorzugt, wenn Präpositionalmitteilungen zwischen Verb und Klausel stehen oder Modalität markiert werden muss.

Extraponierte to-Klauseln

Einige Verben steuern extraponierte to-Klauseln. Am häufigsten ist die Kombination der Kopula mit einer prädikativen Nominalphrase oder Adjektiven. Diese Formen finden sich besonders häufig in Nachrichten und akademischer Prosa. Die wichtigsten semantischen Domänen sind:

  • Notwendigkeit und Bedeutung: Adjektive wie important, necessary, crucial oder essential.
  • Leichtigkeit und Schwierigkeit: Adjektive wie easy, difficult, hard oder tough.
  • Evaluation: Hierzu gehören allgemeine Bewertungen (good, bad, wonderful) sowie spezifische Beurteilungen (appropriate, foolish, useful, wrong). Beispiel: It was stupid to throw that stone.

Extraposition versus Subjekt-Position

In vielen Fällen kann eine to-Klausel in Subjekt-Position durch eine extraponierte Klausel ersetzt werden. Während Subjekt-to-Klauseln selten sind und meist in der akademischen Prosa zur Herstellung von Kohärenz genutzt werden, ist die Extraposition die übliche Wahl. Sie vermeidet übermäßige grammatikalische Komplexität am Satzanfang und unterstützt den natürlichen Informationsfluss.

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