Prävention von Partnergewalt & Organisierte Kriminalität
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Soziale Prävention von Gewalt in der Partnerschaft
5. Soziale Prävention von Gewalt in der Partnerschaft. Die Zukunft im Hinblick auf die Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen ist vielversprechend. Für die Justizverwaltung ist eine effizientere Reaktion auf Beschwerden sowie der Ausbau von Gesundheitsressourcen für Opfer erforderlich, die Schutz und finanzielle Unterstützung nach einer Trennung benötigen. Die Justiz agiert oft langsam und schwerfällig; viele Maßnahmen werden erst ergriffen, wenn der Missbrauch bereits fest in der Beziehung verankert ist.
Es gibt zwei Wege zur wirksamen Bekämpfung von Gewalt in Paarbeziehungen:
- Mädchen bereits in der Adoleszenz beizubringen, Verhaltensweisen und Handlungen, die auf Missbrauch in einer affektiven Bindung hindeuten, nicht zu tolerieren.
- Bemühungen, bei jungen Männern weniger gewalttätige Einstellungen gegenüber Frauen zu entwickeln.
In jedem Land ist die Verringerung der Jugendkriminalität von Bedeutung, da ein Großteil des gewalttätigen Verhaltens auf männliche Interaktionen zurückzuführen ist. Aufgrund der Verbindung zwischen Gewalt gegen Frauen und allgemeinem gesellschaftlichem Versagen ist jede Maßnahme zur Kriminalitätsbekämpfung ein Hilfsmittel, um zu verhindern, dass Menschen verärgert reagieren und zu Gewalt als Kontrollinstrument gegenüber Frauen neigen. Man muss junge Menschen über das Phänomen der Partnerschaftsgewalt aufklären.
Studien über emotionalen und körperlichen Missbrauch zeigen, dass viele Frauen mit fundierter Ausbildung in einen Prozess des persönlichen Abbaus geraten, wenn sie an einen Partner gebunden sind, der – oft unbemerkt – seinen Willen durchsetzt und ihr Leben in einen Alptraum verwandelt. Frauen müssen lernen, falsche Einstellungen und Warnsignale im Verhalten ihrer Partner frühzeitig zu erkennen, statt den Beginn einer gefährlichen Beziehung zu leugnen. Zudem sollte die Behandlung von Tätern nicht vernachlässigt werden, da Programme die Rückfallquoten im Vergleich zu unbehandelten Gruppen verbessern.
Scott und Wolfe identifizierten durch Interviews mit neun ehemaligen, reformierten Straftätern folgende Fortschritte:
- Mehr Verantwortung für vergangenes Missbrauchsverhalten.
- Wachsende Empathie für den Schmerz des Partners.
- Reduktion der Abhängigkeit vom Partner.
- Verbesserte Kommunikationsfähigkeiten.
Zusammenfassung der Erkenntnisse
- 1) Das häusliche Umfeld ist einer der gewalttätigsten Orte unserer Gesellschaft.
- 2) Misshandelte Frauen verbleiben oft aufgrund psychologischer und sozialer Umstände lange in missbräuchlichen Situationen.
- 3) Die Intergenerationen-Theorie zeigt, dass viele Täter und Opfer als Kinder selbst Gewalt erfuhren und dieses Beziehungsmuster lernten.
- 4) Kriminalität in der Gemeinde und zu Hause hängen zusammen: Ein gewalttätiges Umfeld fördert Gewalt innerhalb der Haushalte stärker als ein Umfeld mit niedriger Kriminalitätsrate. Wenn Menschen mit einem gewalttätigen Lebensstil in einem Gebiet konzentriert sind, steigt die Gewalt innerhalb und außerhalb des Hauses.
Strukturen der organisierten Kriminalität
10. Die organisierte Kriminalität. Wir können organisierte Kriminalität als eine besondere Form der Delinquenz definieren. Sie zeichnet sich durch eine aufwendige Organisation mit hierarchischer Struktur sowie starken wirtschaftlichen und finanziellen Ressourcen aus und wird wie ein komplexes Geschäftsunternehmen geführt.
Definition und rechtliche Einordnung
Eine präzisere Definition beschreibt eine strukturierte Gruppe von drei oder mehr Personen, die über einen längeren oder unbestimmten Zeitraum verbunden sind. Sie handeln in gemeinsamer Absprache mit dem Ziel, schwere Straftaten für finanziellen oder materiellen Gewinn zu begehen. Dabei erfolgt eine Aufgabenverteilung innerhalb einer hierarchischen Struktur.
In Spanien ist die kriminelle Vereinigung eine strafbare Form der Verschwörung, wie in Art. 515 des Strafgesetzbuches (CP) festgelegt. Die Rechtsprechung basiert auf drei Kriterien:
- Personenanzahl: Es wird eine Gruppe von Personen verlangt (laut Lehre mindestens drei, je nach Fall zwei).
- Struktur: Es muss eine Interaktion durch eine organisatorische Struktur und Funktionsverteilung vorliegen.
- Kontinuität: Die Vereinbarung muss dauerhaft und nicht nur gelegentlich sein.
Besonderheiten krimineller Organisationen
- Expertise und Arbeitsteilung: Spezialisierung auf Techniken der Tatausführung, sei es durch Gewalt oder List.
- Bürokratisierung: Schaffung von Hierarchien und Status. Die obere Ebene (Führungskräfte) koordiniert mit Zwang und Disziplin. Die mittlere Ebene (Task Forces) leitet die Umsetzung, während die untere Ebene aus Ausführenden und Komplizen besteht.
- Progressive Staffelung: Statusgewinn innerhalb der Gruppe durch eine kriminelle Karriere und Vertrauensarbeit.
- Strafgesetzbuch der Gruppe: Existenz von Normen und Werten (Loyalität, Schweigepflicht, Beseitigung von Verrätern, Slang).
- Transnationalität: Begehung von Taten in mehreren Staaten gleichzeitig oder nacheinander.
- Wirtschaftskriminalität: Nutzung neuer Technologien wie Internet und E-Banking.
- Heterogenität: Einsatz von Gewalt, Bestechung, Mafia-Aktivitäten, Terrorismus sowie Handel mit Drogen, Waffen, Fahrzeugen und Menschen.
Kriterien des Europarates
Nach Ansicht des Rates von Europa muss eine organisierte Gruppe obligatorische und optionale Merkmale aufweisen.
Obligatorisch:
- Zusammenarbeit von drei oder mehr Personen.
- Längere oder unbestimmte Dauer.
- Begehung schwerer Straftaten.
- Verfolgung von Gewinn oder Macht.
Optional:
- Spezifische Rollenverteilung.
- Interne Disziplin oder Kontrolle.
- Einsatz von Gewalt oder Einschüchterung.
- Einflussnahme auf Politik, Justiz oder Wirtschaft durch Korruption.
- Strukturen ähnlich wie Betriebsgeheimnisse.
- Geldwäsche.
- Transnationale Aktivitäten.