Die Priester im antiken Rom: Hierarchie und Aufgaben
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Die Priester im antiken Rom
Die römischen Priester waren sehr zahlreich und in Kollegien organisiert. Ihre Hierarchie spiegelte zum Teil die Organisation ihrer eigenen Götter wider.
a) Flamines: Priester eines bestimmten Gottes
Die Flamines waren Priester, die der Verehrung eines bestimmten Gottes geweiht waren. Die drei wichtigsten Flamines waren für Jupiter, Mars und Quirinus zuständig. Insgesamt gab es 15 Flamines, die sich um die Götter und die Opfer kümmerten.
Der wichtigste unter ihnen war der Flamen Dialis (Priester des Jupiter):
- Er musste aus einem Patrizierhaus stammen.
- Er unterlag zahlreichen Regeln und Tabus in seinem täglichen Leben und seiner Kleidung.
- Er durfte beispielsweise keine Ringe tragen, nicht reiten und Rom nicht verlassen.
b) Pontifices: Die religiöse Autorität
Ursprünglich waren die fünf Pontifices mit der Überwachung der religiösen Praktiken beauftragt. Ihre Aufgaben umfassten:
- Die Festlegung des Kalenders: Unterscheidung zwischen Tagen für menschliche Aktivitäten und Tagen für göttliche Tätigkeiten.
- Die Organisation der jährlichen Feierlichkeiten.
Der Pontifex Maximus war die höchste religiöse Autorität in Rom und kontrollierte die anderen Priesterkollegien.
c) Vestalinnen: Priesterinnen der Vesta
Die Vestalinnen waren Priesterinnen der Göttin Vesta. In der Regel gab es sechs von ihnen, die vom Pontifex Maximus aus den Patrizierfamilien Roms ausgewählt wurden. Sie traten ihren Dienst im Alter zwischen sechs und zehn Jahren an und dienten der Göttin für 30 Jahre.
- Privilegien: Sie genossen das Begnadigungsrecht bei Todesurteilen.
- Hauptaufgabe: Sie mussten das heilige Feuer im Tempel der Vesta hüten, das als Symbol des Staates niemals erlöschen durfte. Erlosch es dennoch, galt dies als Vorzeichen einer Katastrophe für Rom, und die verantwortliche Vestalin wurde ausgepeitscht.
- Keuschheit: Die Vestalinnen mussten während ihrer 30-jährigen Dienstzeit ihre Jungfräulichkeit bewahren.
Weitere Priesterkollegien
Es gab zudem weitere Priesterkollegien mit unterschiedlichen Funktionen, insbesondere die Auguren und Haruspices, die darauf spezialisiert waren, Zeichen der Götter zu deuten:
- Auguren: Sie interpretierten die Schirmherrschaft, insbesondere den Flug der Vögel und das Verhalten der heiligen Hühner.
- Haruspices: Sie deuteten die Zukunft und den Willen der Götter durch die Untersuchung der Eingeweide von Opfertiere.
Die Ausübung einer religiösen Funktion hinderte die Bürger nicht daran, ein normales ziviles Leben zu führen. Die Priester waren oft verheiratet, hatten Kinder und konnten auch zivile Ämter bekleiden.