Der primäre Sektor: Grundlagen der Landwirtschaft

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Der primäre Sektor und die Landwirtschaft

Der primäre Sektor umfasst alle Aktivitäten, die mit der Beschaffung von Rohstoffen und der Nahrungsmittelproduktion in Zusammenhang stehen.

Einflussfaktoren der Produktion

  • Klima: Temperatur und Luftfeuchtigkeit, die für eine korrekte Entwicklung der Pflanzen benötigt werden.
  • Relief: Die Landwirtschaft konzentriert sich meist auf Ebenen und Talsohlen. Um Land an Hängen zu nutzen, werden Terrassen oder terrassierte Hänge angelegt.
  • Boden: Die Eignung hängt ab von der Textur (Wasserrückhaltevermögen) und dem Säuregehalt (Fruchtbarkeit).

Agrarlandschaften und ihre Merkmale

Eine Agrarlandschaft ist eine vom Menschen veränderte Landschaft zur Gewinnung von Naturprodukten. Sie wird durch folgende Elemente charakterisiert:

  • Parzellen (Plots)
  • Ackerbau-Systeme
  • Siedlungsformen (Settlement)

Die Parzelle

Die agrarische Aufteilung des Landes unterscheidet sich durch Form, Größe und Grenzen. Wir unterscheiden:

  • Landschaft der offenen Felder (Open Fields, Mitteleuropa): Offene Grundstücke ohne feste Grenzen und mit regelmäßigen Formen.
  • Land Closos / Bocage (Atlantisches Europa): Große und unregelmäßige Flächen, die von Zäunen oder Hecken umgeben sind.

Bodenbearbeitung und Anbausysteme

  1. Polykultur (Policonreu): Der Hof ist in viele verschiedene Parzellen unterteilt, auf denen unterschiedliche Arten angebaut werden.
  2. Monokultur (Monoconreu): Der landwirtschaftliche Betrieb konzentriert sich auf ein einzelnes Produkt.
  3. Bewässerung: Wasser wird aus dem Untergrund gewonnen und durch Kanäle auf die Felder geleitet.
  4. Trockenfeldbau (Seca): Die Pflanzen erhalten Wasser ausschließlich durch Regen.

Intensive und extensive Landwirtschaft

  • Intensive Landwirtschaft: Diese Praxis findet sich in dicht besiedelten Orten mit knapper Fläche. Es wird die größtmögliche Menge an Produkten in kürzester Zeit produziert. Dabei werden Düngemittel eingesetzt und viel Arbeitskraft benötigt (z. B. Obst- und Gemüseanbau).
  • Extensive Landwirtschaft: Wird in Gebieten mit viel Land und geringer Bevölkerungsdichte praktiziert. Es wird weniger Arbeitskraft eingesetzt und oft die Brache (Ruhen des Bodens) angewendet.

Ländliche Siedlungsformen

Ländliche Siedlungen sind Gebiete, in denen Menschen leben und arbeiten. Man unterscheidet:

  • Einzel- oder Streusiedlung: Die Gehäuse stehen isoliert voneinander.
  • Konzentrierte Siedlung: Die Häuser sind in Gruppen oder Dörfern angeordnet.

Subsistenzlandwirtschaft weltweit

Diese Form der Landwirtschaft produziert alles, was zum Überleben notwendig ist (Selbstversorgung). Die Anbautechniken sind rudimentär, erfordern viel Arbeit und liefern nur geringe Erträge. Weltweit leben mehr als 1.000 Millionen Menschen davon.

Formen der Subsistenzwirtschaft

  • Wanderfeldbau / Brandrodung (Afrika, Südamerika und Asien): Felder werden durch das Verbrennen von Wäldern gewonnen. Die Asche dient als Dünger für den Boden. Die Felder sind etwa 3 bis 4 Jahre lang produktiv.
  • Extensiver Trockenfeldbau (Afrika): Dank tierischem Dünger ist eine dauerhafte Nutzung des Bodens möglich. Die landwirtschaftlichen Flächen sind oft dreigeteilt: eine Brache und zwei Anbauflächen (z. B. Hirse und Erdnüsse) in triennaler Rotation (dreijährige Fruchtfolge).
  • Bewässerter Reisanbau: Eine sehr intensive Form der Landwirtschaft, die eine gründliche und ständige Arbeit bei der Vorbereitung der Felder erfordert.

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