Der primäre Sektor: Landwirtschaft, Forst und Fischerei
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Der primäre Sektor und seine Grundlagen
Der primäre Sektor umfasst alle Aktivitäten, bei denen Menschen natürliche Ressourcen gewinnen: Landwirtschaft, Viehzucht, Forstwirtschaft, Fischerei und Bergbau. Seit der Altsteinzeit (Paläolithikum) nutzen Menschen die Ressourcen der Wälder, weshalb der Holzeinschlag bereits in dieser Epoche begann. Auch die Ursprünge der Fischerei und Jagd liegen im Paläolithikum. Die Entdeckung der Landwirtschaft führte schließlich zur neolithischen Revolution. Parallel zur Entwicklung der Landwirtschaft entstand die Viehzucht.
Physische Faktoren landwirtschaftlicher Flächen
Die Eignung von Flächen für den Anbau wird durch Klima, Landschaft, Boden und die natürliche Vegetation bestimmt:
- Bodendicke: Je dicker die Bodenschicht, desto besser ist sie für die Kultivierung geeignet, da die Wurzeln mehr Raum zur Ausdehnung haben.
- Textur und Porosität: Die Textur des Bodens beeinflusst die Wasserspeicherung für Pflanzen, während der Grad der Porosität die Sauerstoffzufuhr zu den Wurzeln erleichtert oder erschwert.
- Nährstoffe und pH-Wert: Je nährstoffreicher der Boden ist, desto besser eignet er sich für die Landwirtschaft. Der pH-Wert bestimmt zudem, welche Pflanzenarten optimal wachsen können.
Struktur der landwirtschaftlichen Flächen
Die Struktur umfasst sowohl den genutzten Anbauraum als auch den Siedlungsraum.
Die Anbaufläche
Diese besteht aus einzelnen Parzellen, die wie folgt klassifiziert werden:
- Nach Größe: Klein, mittel oder groß.
- Nach Form: Regulär oder irregulär.
- Nach Abgrenzung: Eingezäunte Felder (Bocage) oder offene Felder (Openfield).
Der Siedlungsraum
Es werden zwei Hauptarten der Besiedlung unterschieden:
- Streusiedlung: Die Bevölkerung lebt in Häusern oder Weilern, die über die Landschaft verstreut sind.
- Konzentrierte Siedlung: Die Bevölkerung konzentriert sich in Ortschaften mit zentraler Wohnfunktion und Dienstleistungen.
Forstwirtschaft und Waldnutzung
Die Forstwirtschaft befasst sich mit der wirtschaftlichen Nutzung der Wälder. Traditionell ist Holz das Hauptprodukt, aber es werden auch Kork, Harze und weitere Erzeugnisse gewonnen. Eine nachhaltige Bewirtschaftung garantiert die Regeneration und Erhaltung der natürlichen Wälder. Wenn das natürliche Wachstum der Bäume unzureichend oder unregelmäßig ist, werden forstwirtschaftliche Wiederaufforstungen durchgeführt.
Transformationen der ländlichen Welt
Der ländliche Raum hat tiefgreifende Veränderungen erfahren:
- Demografischer Wandel: Alterung der Bevölkerung im ländlichen Raum und daraus resultierender Arbeitskräftemangel.
- Änderungen in der Agrarlandschaft: Aufgabe von Flächen in ungeeigneten Gebieten, Flurbereinigungen sowie moderne Techniken wie die Tropfbewässerung.
- Entwicklung neuer Aktivitäten:
- Industrielle Aktivitäten: Stadtnah gelegene ländliche Gebiete spezialisieren sich oft auf moderne Branchen wie die Elektronik.
- Touristische Aktivitäten: Nutzung von Landschaften mit besonderer Schönheit oder Interesse an Flora, Fauna und Relief.
- Bauliche Transformationen: Viele ländliche Gebiete in der Nähe von Großstädten wurden durch den Bau von Wohnungen für die städtische Bevölkerung verändert.
Fischerei und maritime Ressourcen
Fischerei bezeichnet den Fang von Fischen und anderen Wassertieren zur Nutzung als Nahrung oder Rohstoff für die Industrie. Die Techniken und Fanggeräte werden wie folgt eingeteilt:
- Nach Ort: Küstenfischerei, küstennahe Fischerei oder Hochseefischerei.
- Nach Tiefe: Oberflächenfischerei oder Grundfischerei.
- Nach Beweglichkeit: Bewegliche oder feste Fanggeräte.
Weitere Nutzungen des Meeres
Das Meer bietet über die Fischerei hinaus vielfältige Ressourcen:
- Gewinnung von Algen, Mineralien und Energieträgern sowie Speisesalz.
- Trinkwassergewinnung durch Entsalzung.
- Energie: Gezeiten- und Wellenenergie können zur Stromerzeugung genutzt werden.
- Verkehr und Wirtschaft: Das Meer dient als Transportweg für Schiffe. Zudem gibt es eine intensive Nutzung der Küstengebiete durch Industrie, Häfen und touristische Einrichtungen.