Projektionstechnik und Kinostrukturen
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1.2 Komponenten der Projektionssysteme
Malteserkreuz (Cruz de Malta): Der Antrieb des Films hält diesen in konstanter Oszillation zwischen Bewegung und Ruhe. Es besteht aus zwei Teilen: dem Kreuz und der Nockenplatte. Die Arme des Kreuzes bewegen den Film und positionieren ihn für die Belichtung. Blende (Shutter): Hat die Aufgabe, die Projektion während des Bildwechsels zu unterbrechen. Bildfenster (Window): Hat Abmessungen, die kleiner als der Filmbildrahmen sind (21 x 17,5 mm im Vergleich zu 21,5 x 18 mm des Rahmens), was verhindert, dass die Trennlinien der Seitenbänder und die Tonspur projiziert werden. Optische Öffnung (Opening Optical): Ist die rechteckige Öffnung, deren Struktur es ermöglicht, die Ränder des Bildes je nach Filmformat zu maskieren. Optik: Besteht aus ein bis drei Objektiven in einem Revolverkopf. Wie bei Kameras werden sie als Normal-, Weitwinkel- oder Teleobjektive klassifiziert und je nach Abstand zwischen Projektor und Bildschirm verwendet. 6. Die Projektionslampe (Lichtquelle): Ist verantwortlich für die Bereitstellung des Lichtstrahls des Projektors. Je nach erforderlicher Lichtintensität, Bildschirmgröße und Abstand zwischen Projektor und Leinwand wird ein bestimmter Lampentyp gewählt. Tonabnehmer (Sound Reader): Kann von zwei Typen sein, je nach der Tonspur des Films.
A) Optischer Tonabnehmer (Optical Reader): Befindet sich hinter dem Ausgang der Filmschleife nach dem Malteserkreuz, um den Versatz zum Bild auszugleichen. Er besteht aus einem Metallgehäuse, einer Filterrolle (die die Schwingungen des Filmbandes am Ausgang des Malteserkreuzes dämpft), einer Lampe, die einen Lichtstrahl aussendet, einem Mikro-Objektiv, das das Signal sammelt, und einem Fotodetektor. B) Magnetischer Tonabnehmer (Magnetic Reader): Seltener als optische Formate, fast ausschließlich bei 70 mm und 16 mm verwendet, bei 35 mm ungewöhnlich. Er liegt zwischen der Zuführrolle und dem Bildfenster, um den Versatz zum Bild auszugleichen. Er besteht aus zwei Rollenpaaren, die die Schleife vor dem Tonkopf dämpfen, und einem Sensor, der die magnetischen Signale aufnimmt.
Die Qualität der Tonfilmprojektion hängt von folgenden Faktoren ab:
- Der Bildschirm (Leinwand), verantwortlich für die Intensität des reflektierten Lichts.
- Die Projektionsobjektive, verantwortlich für die Verteilung des Lichts auf der Leinwand.
- Der Verschlussmechanismus und der Filmtransport des Projektors, verantwortlich für das Flimmern.
- Der intermittierende Antrieb, verantwortlich für die Schwingung des Bildes.
- Die Fokussierung des Lichts aus der Projektionslaterne, zuständig für die Quantität und Qualität des ausgestrahlten Lichts.
A) Der traditionelle Kinosaal: Das herkömmliche System der Filmprojektion im Kino basiert auf der physischen Präsenz der Filmkopie aus Kunststoff im Vorführraum. Der Film muss aus einem Lager geholt, zum Kino transportiert und auf entsprechenden Spulen für den Projektor montiert werden. Dieser Projektor ist mit einer leistungsstarken Lichtquelle ausgestattet, die weißes Licht auf eine Leinwand wirft. Der Film läuft durch ein Bildfenster, wobei jedes Einzelbild für den Bruchteil von 1/24 Sekunde vor der Lichtquelle angehalten wird, sodass das fotografische Bild mit seiner vollständigen Farbpalette auf die Leinwand projiziert wird. Eine solche Installation erfordert mindestens eine Person, um die Filme abzuholen, zu transportieren und die Kopie wieder an das Lager zurückzugeben. Der Vorführraum muss akustisch isoliert sein, damit das Geräusch des Projektors beim Filmtransport nicht in den Saal dringt. Darüber hinaus werden oft zwei Personen benötigt, um die Filmrollen zu kleben, zu montieren und die Projektion zu steuern. B) Der digitale Kinosaal: Digitale Kinosäle sind mit einer Leinwand und einem automatischen Digitalprojektor ausgestattet. Dieser erzeugt die Bilder auf der Leinwand durch die Kombination der drei Grundfarben Rot, Grün und Blau, die die gesamte Palette der möglichen Farben abdecken. Diese drei Lichtquellen im Inneren des Projektors reagieren in Millisekunden auf digitale Signale, die die Bildgestaltung beeinflussen und über Kabel, Glasfaser, Funk oder Satellit an das Kino übertragen werden. Die digitalen Signale enthalten alle erforderlichen Informationen, d. h. die Chrominanz (Farbpunkte, die leuchten sollen) und die Luminanz (Intensität, mit der jeder dieser Punkte leuchten muss). Sie enthalten auch Synchronisationsinformationen, sowohl vertikal als auch horizontal, die den Aufbau des Bildes auf der Leinwand ermöglichen. Ein Kino mit diesen Funktionen arbeitet vollautomatisch, ohne physische Filmkopie, ohne separate Kabine und ohne Filmvorführer, der die Kopie und den Projektor bedienen müsste.
Vorteile der digitalen Projektion
Bildqualität: Die Bildqualität wird an der Abwesenheit von Verzerrungen, der Auflösung, der Helligkeit, der Farbtreue, der genauen Tonwertwiedergabe sowie dem Fehlen von Rauschen und zeitlichen Artefakten gemessen.
Die hochauflösende digitale Projektion sorgt für Auflösungen von 4 Millionen Pixeln pro Frame, 10.000 Lumen Helligkeit, eine Milliarde Farben und bietet auch nach einem Monat noch dieselbe Schärfe wie am Premierentag.
Tonqualität: Die Vorteile des digitalen Tons sind dem Publikum bestens bekannt. Das digitale Kino nähert sich jedoch der Perfektion, indem es das codierte Signal direkt an den Saal überträgt. Das bedeutet, dass der Ton für jeden Lautsprecher im Kino unabhängig über 8 Kanäle übertragen wird, um die verschiedenen Effekte des Films originalgetreu wiederzugeben.
Live-Premieren: Zeitgleich mit der Premiere in Hollywood, inklusive Live-Übertragungen vom roten Teppich und Interviews mit den Künstlern.
Live-Events: Sichern Sie sich den Platz in der ersten Reihe bei Ihrem Lieblingskonzert, einem Fußballfinale oder einem Stierkampf.
Einfache Verwaltung: Das beste Programm kommt direkt per Satellit, und die Projektion läuft vollautomatisch ab.
Einsparungen bei den Kopierkosten: Physische Filmkopien sind nicht mehr erforderlich.
Einsparungen bei den Vertriebskosten: Das digitale Kino bringt das Signal direkt in jeden Kinosaal.
Sofortige Kontrolle der Zuschauerzahlen und der Projektionsqualität in jedem Saal.
1.6 Struktur des Kinos
Jeder Kinosaal ist ein Vorführraum, der dem Publikum gegen Zahlung eines festen Eintrittspreises offensteht, welcher das Recht gewährt, sich einen bestimmten Film anzusehen.
Die notwendigen Elemente für eine Filmvorführung im Saal sind:
1. Bestuhlung (Sitze): Diese können sehr unterschiedlich sein, obwohl der Trend in den letzten Jahrzehnten klar in Richtung Bequemlichkeit und Komfort geht.
2. Vorführkabine (Projektionsraum): Hier müssen alle Einrichtungen, Geräte und Instrumente installiert sein, die für die Vorführung und die Energieversorgung benötigt werden. Sie muss über eine Klimaanlage verfügen, und die Abgase der Gaslaternen und Scheinwerfer müssen durch geeignete Kanäle abgeführt werden.
3. Leinwand (Bildschirm): Diese wurde bereits im vorherigen Abschnitt behandelt.
4. Lautsprecher (Treiber): Strategisch im Raum verteilt. Es wird eine Kombination aus mehreren Lautsprechern verwendet, die auf die Wiedergabe bestimmter Frequenzen spezialisiert sind (Bässe, Mitten und Höhen). Ihre Platzierung und Anordnung ist entscheidend, um einen realistischen Effekt zu erzielen. Die Steuerung erfolgt über das Prinzip des sogenannten Stereo-Surround-Effekts (Surround-Sound), bei dem die Haupttonspuren des Films den Lautsprechern hinter der Leinwand entsprechen, während die Surround-Kanäle an die seitlichen und hinteren Lautsprecher geleitet werden.
1.7 Neue Projektionstechniken
Die modernen Projektionstechniken entwickelten sich ab den 1960er Jahren als Ergebnis von Experimenten mit neuen Formaten. Dazu gehören hauptsächlich das 70-mm-Format, eine erhöhte Projektionsgeschwindigkeit (zwischen 48 und 60 Bildern pro Sekunde) und die Verwendung von sphärischen Leinwänden. Einige davon sind:
1. Cinerama: Die Aufnahme und Projektion erfolgen mit drei Kameras bzw. drei Projektoren auf eine konkave Leinwand mit einer Tiefe von 7 Metern im Zentrum. Diese Krümmung führt dazu, dass die optimale Sicht auf die mittlere Position im Saal beschränkt ist. Ein vierte Projektor ist für die Wiedergabe der Tonspur verantwortlich.
2. CinemaScope: Das Bild wird während der Aufnahme mit anamorphotischen Objektiven auf einem 35-mm-Negativ gestaucht. Der Projektor verwendet dieselbe Art von Objektiv, um das Bild bei der Wiedergabe wieder zu entzerren. Die Leinwand benötigt eine Krümmung von 1,5 Metern Tiefe im Zentrum und kann von überall im Raum eingesehen werden, wobei das rechteckige Breitbildformat erhalten bleibt. CinemaScope legte den Grundstein für die technischen und künstlerischen Möglichkeiten des Großformats: Dynamik, Panoramablick, Licht, Farbe und epische Inszenierung.
3. VistaVision: Um die belichtete Filmfläche zu vergrößern, wird der 35-mm-Film beim Aufnahmevorgang horizontal transportiert. Dadurch erhöht sich die Anzahl der Perforationen pro Bild auf acht. Es ist der Vorläufer des IMAX-Systems.
4. IMAX: Wurde in Kanada von der IMAX Corporation entwickelt. Es besteht aus einem integrierten System von der Aufnahme bis zur Wiedergabe. Die erste IMAX-Präsentation fand 1967 in Montreal mit dem Film „Labyrinth“ statt, der mit 5 Kameras im 65-mm-Format mit 15 Perforationen pro Frame aufgenommen wurde. Für die Wiedergabe wurden 5 Leinwände vertikal und horizontal montiert. Derzeit gibt es zwei Hauptarten von IMAX: IMAX HD, das das 70-mm-Format nutzt, und IMAX 3D, das ebenfalls 70-mm-Film mit 15 Perforationen und horizontalem Filmtransport verwendet und mit 48 Bildern pro Sekunde auf einer Großleinwand projiziert wird.
5. Omnimax: Ebenfalls von der IMAX Corporation entwickelt und ursprünglich für die Projektion in Planetarien genutzt. Die Aufnahme erfolgt mit einem Fischaugenobjektiv, und die Projektion erfolgt auf eine halbkugelförmige Kuppelleinwand über dem Publikum, das in Liegesitzen Platz nimmt. Es deckt das gesamte menschliche Sichtfeld ab und lässt das Publikum völlig in das Bild eintauchen. Es verwendet ein 70-mm-Filmformat mit 15 horizontalen Perforationen, abgespielt mit 48 Bildern pro Sekunde.
6. Solido (IMAX Corporation): Ist ein 3D-Simulator. Die Projektion erfolgt auf einer kugelförmigen Leinwand mit zwei Projektoren, deren Objektive synchronisiert sind, um abwechselnd das Bild für das rechte und linke Auge 96-mal pro Sekunde wiederzugeben. Der dreidimensionale Eindruck wird durch ein System erzielt, das die Bilder für das Auge unmerklich trennt.
7. Magnavision: Verwendet das 70-mm-Format mit 5 Perforationen und wird auf einer 180-Grad-Leinwand projiziert.
8. Showscan: Verwendet das 70-mm-Format mit 5 Perforationen und wird mit 60 Bildern pro Sekunde abgespielt.