Psychologie der Krankheit und Stressbewältigung
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Punkt 15: Überzeugungen und Krankheitsmodelle
Überzeugungen beziehen sich auf die Verinnerlichung von Werten, die Teil der Welt der Ideen und Gedanken sind. Alle Menschen besitzen sie; sie sind verständlich und werden externalisiert.
Das Modell der sozialen Kognition
Das Modell der sozialen Kognition wurde von Bandura (1987) vorgeschlagen. Es erhöht das Risikobewusstsein und das Wissen über die Voraussetzungen für Verhaltensänderungen. Demnach variieren Ressourcen, Fähigkeiten oder die generelle Fähigkeit, ein bestimmtes Verhalten auszuführen.
Das Rosenstock-Modell (Health-Belief-Modell)
Damit Menschen aktiv werden und ein gesundheitlich akzeptables Verhalten zeigen, müssen folgende Motivationsbedingungen erfüllt sein:
- Bereitstellung von Gesundheitsinformationen.
- Ein Mindestmaß an wahrgenommener eigener Verwundbarkeit.
- Wahrnehmung der Erkrankung als schwerwiegend.
- Überzeugung von der Wirksamkeit der Intervention.
- Geringe Schwierigkeiten bei der praktischen Umsetzung.
Eine Reihe von demografischen Variablen und soziopsychologischen Ursachen beeinflussen die subjektive Anfälligkeit und die wahrgenommene Schwere der Krankheit beim Menschen.
Krankheit als psychologische Tatsache
Wer körperlich krank ist, kann auch psychisch krank werden, was zu Einschränkungen oder einer starken Ich-Zentriertheit führen kann. Eine Krankheit stellt je nach Zustand eine Bedrohung dar und droht, unser gewohntes Leben zu verändern. Dies beinhaltet auch eine Regression:
- Regressives Verhalten: Rückfall in Verhaltensweisen früherer Entwicklungsstufen und Selbstbezogenheit.
- Absorption durch den Körper: Wenn eine Person krank ist, konzentriert sie sich intensiv auf alle Signale und Informationen, die sie vom eigenen Körper erhält.
- Einsamkeit (Soledad): Tritt vor allem dann auf, wenn die Person im Krankenhaus liegt, im Vergleich zu gesunden Menschen.
Psychosoziale Variablen und Krankheitskonzepte
Psychosoziale Variablen haben einen wesentlichen Einfluss auf den Verlauf einer Krankheit.
Vorstellungen über die Krankheit
Wie wird die Krankheit interpretiert?
- Überzeugungen über die Ursachen.
- Überzeugungen über die Kontrollierbarkeit.
Die Bedeutung der Krankheit
Die Krankheit kann unterschiedlich gedeutet werden: als Bestrafung, als Krankenhausaufenthalt/Zuflucht, als Feind oder als Bedrohung.
Die Konfrontation mit der Krankheit
Die Bewältigung der Krankheit wird als Herausforderung (Challenge) verstanden, um das Problem aktiv anzugehen und die emotionale Erregung zu kanalisieren.
Soziale Unterstützung
Jede Hilfe, die von Mitmenschen kommt. Sie muss vom Kranken als informelle, persönliche oder materielle Unterstützung wahrgenommen werden.
Reaktionen auf die Krankheit: Opposition, Verleugnung (Verweigerung), Überinklusion (Sobreinclusión).
Punkt 16: Stress und Stressbewältigung
Man unterscheidet zwei Arten von Stress:
- Eustress: Positiver, anspornender Stress.
- Distress: Negativer, belastender Stress.
Die Phasen des Stresses
- Alarmphase: Bereitet den Körper auf eine sofortige Reaktion vor (Anstieg von Blutdruck, Puls etc.).
- Widerstandsphase (Resistance): Der Körper mobilisiert Ressourcen, um die Stressoren aktiv zu bekämpfen.
- Erschöpfungsphase: Vollständige Erschöpfung (Agotación) der betroffenen Person.
Der Stresskreislauf
Abhängig vom Individuum verläuft der Kreislauf wie folgt:
- Umweltstimulus → Erregung → negatives Denken → schmerzhafte Emotion
- Umweltstimulus → negatives Denken → Erregung → schmerzhafte Emotion
Folgen von Stress
- Veränderungen in persönlichen Beziehungen: Vergleiche, die Erwartung, dass Dinge anders laufen müssten.
- Verminderte Leistungsfähigkeit: Insbesondere, wenn der Stress aus dem Arbeitsumfeld resultiert.
- Prädisposition für Krankheiten: Erhöhte Anfälligkeit für körperliche und psychische Leiden.
Stressreaktionen
- Selbstreferentiell: Konzentration auf sich selbst und die reine Bewertung des emotionalen Stresses.
- Selbstwirksamkeit: Vertrauen in die eigene Fähigkeit, Probleme zu lösen.
- Verleugnung (Neinsager): Der Stress wird ignoriert. Dies ist ein unbewusster Mechanismus, der das Problem nicht löst, sondern es lediglich vermeidet.
Bewältigungsstrategien (Coping)
- Adaptive Strategien: Anfängliche Vermeidung → schrittweise Akzeptanz der Situation.
- Maladaptive Strategien: Substanzmissbrauch, Aggressivität, Theatralik (Dramatisierung der Situation), Suizidalität.
Anpassung an spezielle Situationen: Trauer und Tod
Der Verlust eines geliebten Menschen löst unterschiedliche Trauerprozesse aus:
Normaler Trauerverlauf (maximal 6 Monate)
- Verleugnung (Disclaimer) und emotionale Betäubung.
- Angst, Traurigkeit, Isolation und Wut.
- Bewältigung (Resolution) und Anpassung.
Abnormaler (pathologischer) Trauerverlauf
- Schwere oder lang anhaltende Beschwerden.
- Häufiger bei unerwarteten Todesfällen oder sehr engen (intimen) Beziehungen.
- Begünstigt durch psychiatrische Vorerkrankungen oder ausgeprägte Unsicherheit.
Behandlung von Trauer
Unterstützung durch aktives Zuhören, Aufklärung über den Trauerprozess sowie gegebenenfalls medikamentöse Begleitung.