Psychomotorische Struktur und das Körper-Schema
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Das Individuum muss, um freiwillige und vorsätzliche Handlungen zu entwickeln, als erste Voraussetzung ein Mindestmaß an Bewusstsein über die eigene Existenz als eigenständiges Objekt haben, das sich vom Rest der Welt unterscheidet, in der es sich strukturell befindet.
Die psychomotorische Struktur
Die psychomotorische Struktur, definiert als Zustand der Organisation oder der funktionalen Eigenschaften und Fähigkeiten der einzelnen Elemente, bedingt die Qualität des Verhaltens. Das grundlegende Verständnis, das der Einzelne von sich selbst hat, und seine Bereitschaft zu handeln, identifizieren die meisten Autoren mit dem Begriff des „Körper-Schemas“.
Alternative Definitionen des Körper-Schemas
Nicht alle Autoren verwenden denselben Begriff. Es existieren viele gleichwertige Definitionen, wie zum Beispiel:
- Haltungs-Schema
- Body Image (Körperbild)
- Body Model
- Self-Image (Selbstbild)
- Bildraum des Körpers
- Gebot des Körpers
Bereiche der Anlagenstruktur
Es gibt drei grundlegende Dimensionen der psychomotorischen Struktur:
- Der tonisch-motorische Bereich
- Der kognitive Bereich
- Der affektive und psychofunktionale Bereich
In einigen Fällen kommt eine symbolische oder soziale Komponente hinzu. Diese Aspekte sind exogener Natur.
Der tonisch-motorische Bereich
Rademaquer definiert den Tonus als die Spannung, durch die Körperpositionen ordnungsgemäß aufrechterhalten werden und die passiven Veränderungen der Positionen entgegenwirkt. Er wird durch verschiedene neurologische Prozesse geregelt, beginnend auf der kortikalen Ebene.
Die Tonizität ist für den Aufbau des menschlichen Verhaltens notwendig. Sie entspricht einer stärkenden Funktion, welche die Verbindung zwischen quergestreifter Muskulatur, glatter Muskulatur und dem Hormonsystem herstellt und reguliert.
Der affektiv-emotionale Bereich
Affektivität ist die Menge der höheren und niederen Gefühle – sowohl positiv als auch negativ, flüchtig oder beständig –, die den ganzen Menschen in Bezug zur Außenwelt setzen.
Affektive Phänomene
- A) Gefühle/Emotionen: Im engeren Sinne eine emotionale Reaktion, die plötzlich auf einen Reiz folgt, von kurzer Dauer ist und eine Reihe psychotherapeutischer Wirkungen umfasst.
- B) Affektive Säfte: Phänomene, die stets im Zusammenhang mit Gemütszuständen (Ánimo) stehen.
- C) Stimmung: Ein Gefühl der Zuneigung mit bipolarem Charakter (Wollen oder Nicht-Wollen; häufiges Klicken auf das Thema).
- D) Affekte: Diese werden aufgerufen, wenn ein Reiz ein Gefühl oder Motiv hervorruft, ohne dass eine bewusste Wahrnehmung (Percepción) oder ein Gedanke (Pensamiento) vorausgeht.
- E) Gefühlsprozesse: Affektive Prozesse, die weniger dauerhaft sind und im psychobiologischen System nicht mit der gleichen Schockintensität empfunden werden wie Emotionen.