Psychopharmakologie und psychotische Störungen im Überblick
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1. Psychoaktive Medikamente
Benzodiazepine (BZD)
- Schlafmittel (kurz wirkend): Zolpidem, Lormetazepam, Loprazolam.
- Anxiolytika: Alprazolam (Trankimazin), Bromazepam (Lexatin), Lorazepam (Orfidal, Idalprem), Clorazepat (Tranxilium), Diazepam (Valium), Halazepam (Alapryl), Ketazolam (Sedotime).
Hinweise zur Anwendung: Bei Insomnie werden Schlafmittel eingesetzt. Fragmentierter Schlaf erfordert keine Schlafmittel, sondern langwirksame BZD. Frühes Erwachen ist oft ein Merkmal von Depressionen und sollte mit Antidepressiva (ATD) behandelt werden.
Gegenmittel: Flumazenil (Anexate) 0,2–0,3 mg IV über 15 Sekunden (max. 1–2 mg). Bei Infusion: 0,1–0,4 mg/h.
Antidepressiva (ATD)
- SSRI (Erste Wahl): Fluoxetin, Paroxetin, Sertralin, Escitalopram (gut verträglich bei älteren Patienten).
- Trizyklische Antidepressiva: Imipramin, Clomipramin (stärkere Nebenwirkungen, meist durch Psychiater verordnet).
Indikationen: Depressionen, Angststörungen, Impulskontrollstörungen, Essstörungen, chronische Schmerzen und Schlafstörungen.
Weitere Medikamentengruppen
- Antipsychotika: Klassisch (z. B. Haloperidol) und atypisch (z. B. Clozapin, Olanzapin, Risperidon, Quetiapin).
- Eutymika (Stimmungsstabilisierer): Lithium (bei bipolaren Störungen, Spiegelkontrolle 0,5–1,3 erforderlich) und Antiepileptika.
- Alzheimer-Therapie: Donepezil, Galantamin, Rivastigmin, Tacrin.
2. Psychotische Störungen
Man unterscheidet zwischen überwertigen Ideen (emotional aufgeladen) und Wahnvorstellungen (pathologisch, logisch auf falscher Basis). Wahninhalte umfassen Selbstreferenz, Eifersucht, Größenwahn, Schuld oder Hypochondrie.
Symptomatik psychotischer Störungen
- Wahrnehmung: Akustische, visuelle, Geruchs- und Geschmackshalluzinationen.
- Denken und Sprache: Neologismen, Echolalie, Stereotypien, verarmte Sprache.
- Affekt: Unangemessene Reaktionen, emotionale Isolation, postpsychotische Depression.
- Psychomotorik: Katatone Erscheinungen (Stupor, Mutismus, Negativismus).
Schizophrenie: Symptome
- Positivsymptome: Halluzinationen, Wahn, unorganisiertes Verhalten/Denken.
- Negativsymptome: Affektverflachung, Alogie, Apathie, Anhedonie, Konzentrationsstörungen.
Umgang und Prognose
Empfehlungen für Angehörige: Stress reduzieren, nicht über Wahninhalte diskutieren, Konfrontation vermeiden. Die Medikamenteneinnahme ist entscheidend, um Rückfälle zu verhindern.
Prognosefaktoren: Die Prognose hängt von der sozialen Anpassung, familiärer Unterstützung, der Dauer der Episoden und der Therapietreue ab. Frauen zeigen oft einen besseren Verlauf; hebephrene Verläufe haben eine schlechtere Prognose.