Qualitative Interviews in der Sozialforschung und Sozialarbeit

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Auch wenn es schwierig umzusetzen ist, ein komplettes Eintauchen in die soziale Realität im Rahmen von Studien zu erreichen, welche die Welt durch die Augen der Menschen betrachten, kann man zumindest eine Annäherung an die Analyse erzielen. Man erhält Einblicke in die Motivationen, die das Verhalten dieser Menschen beeinflussen, sowie in den Grad der Intensität der Interaktion zwischen Interviewer und Interviewten. Wie Fontana und Frey betonen, führt das Interview als aktive Interaktion zu einem Verhandlungsergebnis. Sie stellen fest: „Das Wissen ist kontextuell; die Teilnehmer an der Befragungssituation bauen gemeinsam Wissen durch den Kreislauf von Fragen und Antworten auf.“

„Wenn wir über die Welt, in der wir leben, sprechen, beginnen wir die Aufgabe, ihr einen besonderen Charakter zu verleihen. Zwangsläufig ordnen wir Ereignisse zu und lassen sie auf eine besondere Weise wirken. Wenn wir mit jemandem in unserer Welt sprechen, sehen wir, wer der andere ist, was die andere Person annimmt und wo sie in Bezug auf die Welt, über die wir reden, stehen könnte.“

Es ist jedoch schwierig, von einem einzigen Modell für qualitative oder ausführliche Interviews zu sprechen. Je nach Gegenstand der Studie und den Merkmalen des Kontextes wählt man spezifische Verhaltensweisen oder Kombinationen aus. Klassifizierungen basieren auf dem Grad der Strukturierung, der Intensität, der Spezialisierung oder den Dimensionen. Alle wurden mit unterschiedlichem Erfolg eingesetzt, aber das umfassendste Modell für die qualitative Sozialforschung bleibt das „offene oder eingehende Gespräch“. Dieses ist zwischen der standardisierten Umfrage (Fragebogen) und der teilnehmenden Beobachtung angesiedelt.

Arten von qualitativen Interviews

Die hier vorgeschlagenen Arten qualitativer Interviews sind eine Anpassung der Praxis der Sozialforschung an die Logik sozialer Interventionen. Diese Klassifizierung eröffnet Fachkräften der sozialen Arbeit die Möglichkeit, klassische Instrumente der qualitativen Sozialforschung weiter zu erkunden. Da ein Forschungsdesign die ergänzende Anwendung verschiedener Techniken vorsieht, sollten Sozialarbeiter das am besten geeignete Verfahren zur Behandlung der vorliegenden Probleme wählen.

Im Folgenden werden verschiedene Arten der Befragung aufgeführt:

  • Erstes Gespräch oder Kontaktgespräch
  • Beratungsinterview
  • Oral History (Interview über vergangene Ereignisse)
  • Testimonial-Interviews
  • Explorative Interviews
  • Interviews über Gewohnheiten und Gebräuche
  • Gruppeninterviews

Das Kontaktinterview in der Sozialarbeit

Für Sozialarbeiter ist das erste Kontaktgespräch mit einer Person, die Unterstützung sucht, besonders wichtig. Der Erfolg der Intervention kann bereits in dieser Phase entschieden werden. Diese Begegnung zwischen Profi und Klient wird als Prozess verstanden. Im Rahmen der theoretischen Soziologie und Sozialpsychologie nutzen wir die Informationen über Verhalten, Gefühle und Motivationen, um die individuelle Situation der Betroffenen besser zu verstehen und entsprechende Unterstützung zu bieten.

Diese Art der Befragung bietet eine breite Palette an Strukturierungsmöglichkeiten – von starren Modellen bis hin zu großer Offenheit, ähnlich einem nicht-direktiven Interview der qualitativen Sozialforschung. Die Entscheidung über das Skript hängt von der Ausbildung des Sozialarbeiters und der Problemstellung ab. Dennoch bevorzugen führende Positionen in der Sozialen Arbeit die Offenheit gegenüber der Starrheit voll strukturierter Interviews.

Unabhängig vom Modell müssen folgende Ziele verfolgt werden:

  • Informationsgewinnung: Daten sammeln, um über die Art der Schwierigkeiten und die Intervention zu entscheiden.
  • Partnerschaftsbildung: Eine Beziehung zum Klienten aufbauen, um Interesse an dessen Situation, Gefühlen und Gedanken zu zeigen, ohne verbale oder gestische Werturteile auszudrücken.

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