Quevedo und Góngora: Meister des spanischen Barock

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Francisco de Quevedo y Villegas (1580–1645)

Francisco de Quevedo war ein Autor von außergewöhnlichem Werk, der sich durch eine atemberaubende Beherrschung der Sprache auszeichnete – sowohl in der Dichtung als auch in der Prosa.

Lyrisches Werk

Seine Gedichte erschienen posthum in den Sammlungen Parnaso español (1648) und Las tres últimas musas castellanas (1670). Seine Lyrik lässt sich in drei Gruppen unterteilen:

  • Philosophisch-moralische und metaphysische Dichtung: Ernsthafte, tiefgründige Themen, die seine persönliche Notlage widerspiegeln (Tod, Vergänglichkeit der Zeit, Kürze des Lebens).
  • Liebeslyrik: Obwohl Quevedo oft als frauenfeindlich und misanthropisch wahrgenommen wird, gilt er als einer der größten Liebesdichter.
  • Satirische Dichtung: Durch den Einsatz von beißender Satire und verbaler Virtuosität entlarvte er die Mängel der Gesellschaft.

Prosa und Satire: Die Träume (Los Sueños)

Das 1627 veröffentlichte Werk trägt den vollständigen Titel: Träume und Reden, Entdecker von Wahrheiten, Missbrauch, Sucht und Wahnvorstellungen in allen Ständen der Welt.

Es handelt sich um kurze Stücke, in denen der Erzähler träumt, er befinde sich in der Hölle oder beim Weltuntergang, begleitet den Tod oder unterhält sich mit einem Dämon, der im Körper eines Alguacils steckt. Das Werk zeichnet sich durch verbale Virtuosität, Witz, Bitterkeit und Desengaño (Desillusionierung) aus.

Die Welt von innen

In diesem Traum präsentiert sich Quevedo als junger Hoffnungsträger, der durch die Welt zieht. Auf der „Straße der Heuchelei“ trifft er auf einen alten Mann, der ihn lehrt, die Fassaden zu durchschauen. Das Ergebnis ist eine düstere Vision der Realität: Adel und Schönheit sind nur Schein, die eigentliche Realität ist hässlich.

Luis de Góngora y Argote (1560–1627)

Im Werk von Góngora unterscheidet man oft zwei Phasen:

  • Frühphase (bis 1610): Eine einfache, populäre und frische Poesie (Romanzen, Letrillas).
  • Spätphase: Eine komplexe, dunkle und künstliche Stilistik, geprägt durch Werke wie die Fabel von Polyphem und Galatea und die Einsamkeiten (Soledades).

Góngora nahm eine zynische Haltung ein und machte sich über die herrschenden Ideale seiner Zeit lustig. Er stellte dem zufälligen Leben ein ruhiges Dasein gegenüber, das aus einfachen Freuden bestand – eine Anspielung auf das „Beatus ille“ von Fray Luis de León.

Fabel von Polyphem und Galatea

Die Fabel besteht aus 73 Strophen und erzählt die Liebe des Zyklopen Polyphem zur Nymphe Galatea, die wiederum den Hirten Acis liebt. Polyphem tötet Acis mit einem Stein; aus dessen Blut entsteht ein Fluss, der zum Meer fließt. Das Werk ist durchdrungen von mythologischen Anspielungen und der barocken Vorliebe für Kontraste: die schöne Galatea gegenüber dem monströsen Polyphem.

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