Ramon Llull: Leben, Werk und literarischer Stil

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Ramon Llull: Leben und Werdegang

Ramon Llull wurde um 1232 auf Mallorca in eine Adelsfamilie geboren. Sein Vater war einer der Katalanen, die die Insel nach der Eroberung durch Jakob I. besiedelten. Llull wuchs in einem höfischen Umfeld auf. Im Alter von 25 Jahren heiratete er und hatte zwei Kinder; zu dieser Zeit verfasste er Liebeslyrik im Stil der Troubadoure.

Mit 30 Jahren hatte er Erscheinungen von Jesus, die ihn dazu bewegten, seine Familie und sein bisheriges Umfeld zu verlassen. Seit dieser Zeit verfolgte Llull ein missionarisches Ziel: Er wollte die Ungläubigen evangelisieren und bekehren. Er schrieb Bücher und schlug die Gründung christlicher Missionsschulen vor. Llulls Werk hatte eine klare didaktische Absicht, die er selbst als „Ars“ bezeichnete.

Stil und Sprache

Sein Stil zeichnete sich durch die Verwendung von Unterordnung und die Kombination von volkstümlichen und gelehrten Elementen aus. Er nutzte einen Wortschatz von etwa 7.000 Wörtern, darunter gängige Latinismen, von ihm erfundene Wörter (wie „Amabundós“), Eigennamen und Okzitanismen. Er gilt als der Schöpfer der literarischen katalanischen Prosa.

Literarisches Werk

Llull integrierte Merkmale des Romans, wobei seine Charaktere die christlichen Ideale verkörperten.

Blanquerna (1283)

Das Buch Blanquerna ist eine hierarchische Organisation der christlichen Welt. Es beschreibt sehr anschaulich die mittelalterliche Umgebung und die verschiedenen sozialen Klassen. Alle Figuren dienen als Modell des christlichen Lebens:

  • Evast: Ehemann
  • Aloma: Ehefrau
  • Natan: Religiöse Frau
  • Blanquerna: Religiöser, Bischof, Papst und Einsiedler

Das Werk spiegelt die städtische Physiognomie, die Nachbarschaften und die Sitten der Zeit wider.

Felix oder das Buch der Wunder

Felix ist ein wunderbares Buch über eine Pilgerreise zu Gott. Es enthält didaktische Beispiele, um ein Ziel zu erreichen. Ein Teil davon ist das „Buch der Tiere“, ein eigenständiges Märchen, in dem der Fuchs die Hauptrolle spielt.

Didaktische Werke

Seine philosophischen und religiösen Lehrwerke verfolgten zwei Ziele: die Förderung der christlichen Frömmigkeit und die Verbreitung seiner „Ars“. Das „Buch der Kontemplation“ ist beispielsweise in 365 Kapitel gegliedert, um es täglich lesen zu können.

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