Realismus und Gustave Courbet: Ein künstlerischer Wandel

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Der Übergang von der Romantik zum Realismus

In den mittleren Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts wich die Romantik dem Realismus. Mehrere Phänomene wirkten an diesem Wandel mit: Das Gewissen war geprägt von der Schwere und den schrecklichen Folgen der Industriellen Revolution; zur gleichen Zeit breiteten sich die Ideen von Marx und die Geburtsstunde der Arbeiterbewegung aus.

In diesem Zusammenhang entstand eine neue künstlerische Sprache, die ein Ende der Welt der legendären Klänge, der idyllischen Klassik, der Romantik und der stimmungsvollen Bilder suchte. Die realistische Malerei wollte den Alltag und Naturlandschaften auf die Leinwand bringen, deren Elemente volle Eigenständigkeit übernahmen. Die direkte Beobachtung wurde zum wichtigsten Arbeitsinstrument.

Themen und gesellschaftliche Ablehnung

Die zentralen Themen waren:

  • Die ländliche und städtische Arbeiterklasse
  • Das familiäre Umfeld
  • Arbeitsszenen

Die Kunst entmystifizierte religiöse Themen und verurteilte die Bedingungen von Armut und Ausgrenzung. Diese Kunst wurde von der bürgerlichen Öffentlichkeit abgelehnt.

Gustave Courbet: Der Wegbereiter des Realismus

Gustave Courbet wurde am 10. Juni 1819 in Ornans inmitten einer wohlhabenden Bauernfamilie geboren, die ihm eine gründliche Ausbildung ermöglichte. Im Jahre 1841 kam er nach Paris, um dem Wunsch seiner Eltern zu folgen, Jura zu studieren, jedoch mit der geheimen Absicht, sich als Maler durch das Kopieren und Analysieren der Meister des Louvre auszubilden. Er studierte vor allem Velázquez, Ribera und andere spanische Maler des 17. Jahrhunderts.

Stilentwicklung und Naturalismus

Zuerst malte er Landschaften und Porträts mit einigen romantischen Zügen. Doch ab dem Jahr 1849 wurde sein Stil konsequent realistisch. Courbet ist in der Tat der „Gründer“ des Realismus, und ihm wird die Erfindung des Begriffs zugeschrieben. Seine Gemälde erregten aufgrund der Wahl „vulgärer“ Themen große Kontroversen.

Sein militanter Naturalismus zeigt sich in seinen Akten, in denen er die perlmutternen Texturen und die Unwirklichkeit vermeidet, die aus der klassizistischen Bildhauerei übernommen wurden. Es war in seiner Zeit unüblich, Themen des alltäglichen Lebens zu wählen. Seine Technik ist streng, unter Verwendung von Pinseln, Flachpinseln und Spachteln. Er forderte Ehrlichkeit sowie die Opferbereitschaft des Proletariats und behauptete, dass die Kunst die Wirklichkeit widerspiegeln müsse.

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