Die Reblauskrise und der Wandel der Landwirtschaft

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Die Reblauskrise in Katalonien

Im Jahre 1879 erreichte die Reblaus die Pyrenäen und begann, die katalanischen Weinberge zu vernichten. Bis 1910 waren nahezu alle katalanischen Weinberge abgestorben. Die Lösung fand man einige Jahre später: Die Weinberge wurden neu bepflanzt, wobei europäische Reben auf amerikanische Unterlagen aufgepfropft wurden, da diese resistent gegen die Seuche waren.

Das Absterben der Weinberge verursachte einen Konflikt zwischen den Eigentümern und den Rabassaires (Landwirte, die den Boden bearbeiteten). Die Rabassa Morta war ein Vertrag zwischen dem Eigentümer und demjenigen, der die Reben pflegte. Solange die Weinberge lebten, konnten die Rabassaires das Land für sich und ihre Nachkommen bewirtschaften. Viele Hausbesitzer nutzten die Pest jedoch aus, um die alten Verträge zu kündigen und durch kürzere zu ersetzen. Dieser Konflikt dauerte bis zur Zweiten Republik an.

Entwicklung der Landwirtschaft nach der Krise

Die Erholung der Landwirtschaft war ein langwieriger Prozess, der durch die Einführung neuer Tarife (was die Landwirte zufriedenstellte) und ein Produktionswachstum gekennzeichnet war. Das Wachstum wurde durch folgende Maßnahmen vorangetrieben:

  • Schaffung neuer landwirtschaftlicher Flächen
  • Einsatz neuer Düngemittel und Pestizide
  • Auswahl des Saatguts
  • Eliminierung von Brachflächen
  • Verstärkte Mechanisierung und Bewässerungstechniken

Zudem wurden neue Kulturen eingeführt, wie etwa Futterpflanzen für Tiere, was zu einer höheren Fleisch- und Milchproduktion führte. Es entstand eine größere Spezialisierung auf Oliven, Trauben und Zitrusfrüchte, die primär für den Export bestimmt waren.

Landwirtschaftliche Produktivität und Struktur

Infolgedessen stieg die Produktivität der Landwirtschaft, wenn auch nicht im gleichen Maße wie in anderen europäischen Ländern. Die Hauptkultur in Spanien blieb das Getreide. Auch Hülsenfrüchte waren sehr wichtig, vor allem im Inneren der Halbinsel, was den Sektor sehr dynamisch machte. Besonders exportorientierte Bereiche an der Mittelmeerküste, wie Oliven, Wein, Zitrusfrüchte und Gemüse, entwickelten sich stark. Trotz des Anstiegs der Fleisch- und Milchproduktion blieb der spanische Ertrag pro Hektar deutlich niedriger als im europäischen Durchschnitt, was zu höheren Preisen führte.

Regionale Unterschiede in Katalonien

In Katalonien war die Produktion pro Hektar überdurchschnittlich hoch. Besonders die Küstenprovinzen, die Zugang zu Bewässerungssystemen und zur Eisenbahn hatten, waren sehr dynamisch und produzierten fast ausschließlich für den Export. Im Gegensatz dazu waren die inneren Regionen Kataloniens, in denen vorwiegend Getreide angebaut wurde, die ärmsten und am wenigsten entwickelten Gebiete.

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