Reformen der Zweiten Republik: Militär, Kirche und Bildung
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Militärreformen der Zweiten Republik
Die Bestätigung des laizistischen und reformistischen Status während der ersten zwei Jahre hatte das Ziel, die Autorität des republikanischen Staates gegenüber der Armee zu stärken. Die militärischen Reformen wurden von Manuel Azaña gefördert, der das Kriegsministerium übernahm, während er gleichzeitig Premierminister war. Er strebte folgende Ziele an:
- Reduzierung der Anzahl der Berufsoffiziere durch die Förderung freiwilliger Pensionierungen.
- Neuorganisation der Verwaltung und der militärischen Ausbildung.
- Modernisierung der militärischen Einrichtungen unter ziviler Gerichtsbarkeit.
- Sicherung der Loyalität des Militärs durch einen Treueeid auf das republikanische Regime.
Diese Reformen stießen bei vielen Soldaten, die einen kontinuierlichen Einfluss auf das politische Leben gewohnt waren, auf Ablehnung. Dennoch blieb ein Großteil der Armee, einschließlich der Marine und der Luftfahrt, der Republik treu.
Trennung von Kirche und Staat
Die Regierungsreformen der ersten zwei Jahre der Zweiten Republik zielten zudem auf die Trennung von Kirche und Staat ab. Die Schaffung eines unabhängigen, säkularen Staates wurde durch die Verfassung und weitere Maßnahmen verankert, darunter:
- Das Gesetz über religiöse Kongregationen (1933)
- Das Scheidungsgesetz (1932)
- Die Säkularisierung der Friedhöfe
Religionsunterricht war in Schulen nicht mehr verpflichtend, und religiöse Symbole wie das Kruzifix wurden aus dem öffentlichen Unterricht entfernt.
Bildungs- und Kulturpolitik
Die Bildungspolitik der Zweiten Republik war stark vom Einfluss der Institución Libre de Enseñanza geprägt, angeführt von Fernando de los Ríos, dem Bildungsminister ab Dezember 1931. Das Ziel war ein einheitliches, öffentliches, laizistisches und kostenloses Bildungssystem (zumindest im Primarbereich). Zudem wurde die Koedukation eingeführt, die in religiösen Zentren zuvor nicht existierte.
Bildung wurde als ein Recht definiert, das der Staat allen Bürgern mit gleichen Chancen garantieren sollte. Da die Kirche ein konkurrierendes Bildungssystem unterstützte, wurde der religiöse Unterricht in staatlichen Schulen untersagt. Dies war aufgrund des Mangels an Lehrern und öffentlichen Schulen schwer umzusetzen. Die Mitte-Rechts-Regierungen (1933–1936) hoben diese Maßnahmen teilweise wieder auf.
Erfolge und pädagogische Missionen
Trotz begrenzter Haushaltsmittel unternahm die Zweite Republik große Anstrengungen in der Lehrerausbildung, dem Schulbau und der Vergabe von Stipendien. Die Bilanz war im Vergleich zu früheren Perioden beachtlich:
- Schaffung von über 13.000 Lehrerstellen.
- Bau einer entsprechenden Anzahl an Grundschulen.
- Erweiterung der bestehenden 80 Institute um 31 neue Einrichtungen.
- Förderung der pädagogischen Ausbildung und Einrichtung öffentlicher Bibliotheken.
Die Kulturpolitik wurde maßgeblich durch die Pädagogischen Missionen geprägt. Diese brachten Kultur in vernachlässigte ländliche Gebiete durch Theater, Chöre, mobile Museen, Kinos und Bibliotheken sowie durch die Vermittlung von Gesundheits- und Agrartechniken. Besonders hervorzuheben sind die Universitätstheatergruppen wie La Barraca (gefördert von Federico García Lorca) und El Búho (unter der Leitung von Max Aub).