Die Reformen der Zweiten Spanischen Republik (1931–1933)

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Die Übergangsregierung und die Verfassung von 1931

Nach der Bildung der Übergangsregierung zielte diese darauf ab, allgemeine Wahlen für die verfassungsgebende Cortes durchzuführen. Diese Wahlen am 28. Juni führten zum Sieg des republikanisch-sozialistischen Bündnisses. Im Dezember wurde die neue Verfassung genehmigt, die klassische individuelle Rechte wie die freie Assoziation sowie die Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit verankerte. Nach der Verabschiedung wurde Alcalá-Zamora zum Präsidenten der Republik und Manuel Azaña zum Regierungschef gewählt.

Die reformistische Phase (1931–1933)

Diese erste Periode war durch eine reformistische Bewegung und innovative Gesetze gekennzeichnet. Diese berührten die Interessen einflussreicher Gruppen, was zu einer starken Opposition gegen jede Veränderung führte, die den Verlust ihrer sozialen und wirtschaftlichen Dominanz fürchtete.

Staat und Kirche

Zum Zeitpunkt der Verkündigung der Zweiten Republik war die kirchliche Hierarchie sehr konservativ und nicht bereit, ihre ideologische, kulturelle und soziale Kontrolle zu verlieren. Gleichzeitig gab es eine starke antiklerikale Strömung. Die Konfrontation zwischen Kirche und Staat verschärfte sich durch Maßnahmen wie:

  • Trennung von Kirche und Staat
  • Einführung der Religionsfreiheit
  • Zivile Ehe und Scheidungsrecht

Militärreform

Azaña leitete eine Reform der Armee ein, um deren politische Macht zu begrenzen und die Effizienz zu steigern. Zu den Maßnahmen gehörten:

  • Verpflichtung der Führungskräfte, auf die Republik zu schwören
  • Unterdrückung der Zuständigkeit des Militärs
  • Allgemeine Umstrukturierung der Einheiten
  • Schließung der Militärakademie von Saragossa
  • Gründung der Guardia de Asalto

Agrarreform

Spanien war 1931 ein weitgehend ländlich geprägtes Land mit großen Latifundien und einem verarmten ländlichen Proletariat, besonders in Extremadura und Andalusien. Unter der Leitung von Largo Caballero wurden Maßnahmen zur Linderung der Armut ergriffen:

  • Verpflichtung der Unternehmer, Arbeiter aus der Gemeinde einzustellen
  • Einführung des Acht-Stunden-Tages in der Landwirtschaft
  • Schutz von Arbeitslosen sowie Alters- und Mutterschaftsversorgung

Im Jahr 1931 wurde das Gesetz über die Grundlagen der Agrarreform verabschiedet und das Institut für Agrarreform gegründet.

Bildungsreform

Die Reformen zielten auf die Reduzierung des Analphabetismus und die Verbesserung des kulturellen Niveaus ab. Bildung wurde obligatorisch, unentgeltlich und säkular. Es wurden zahlreiche Schulen gebaut, die Lehrerausbildung verbessert und neue Forschungszentren geschaffen. Ein kulturelles Highlight war die Theatergruppe La Barraca unter der Leitung von Federico García Lorca.

Autonomie Kataloniens

Die republikanische Verfassung versuchte, die Autonomiebestrebungen einzelner Regionen zu erfüllen. Das Autonomiestatut für Katalonien wurde am 9. September 1932 genehmigt, wodurch die katalanische Regierung weitreichende legislative und exekutive Befugnisse erhielt.

Fazit

Diese Reformen wurden während des reformistischen Zweijahreszeitraums (1931–1933) umgesetzt. Sie lösten jedoch Unruhen im Machtblock aus, was 1934 zu einer rechten Regierung führte, die versuchte, diese Reformen rückgängig zu machen. Erst 1936 wurden mit der Regierung der Volksfront wieder Reformen eingeleitet.

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