Reformprozess, Humanismus und Renaissance
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Instrumente der Vereinheitlichung
Die Vereinheitlichung des Landes stärkte die königliche Autorität. Es wurden eine effiziente Verwaltung und ein stehendes Heer geschaffen, internationale Beziehungen durch Diplomatie geregelt sowie das Staatsgebiet durch Kriege und dynastische Ehen gefestigt.
Ursachen für den Reformprozess
Herabsetzung des Klerus
Die Päpste waren mehr mit irdischem Ehrgeiz beschäftigt, als ihre Rolle als Oberhaupt der Christenheit zu erfüllen. Viele Bischöfe lebten luxuriös, vernachlässigten ihre Diözesen und der niedere Klerus war oft schlecht ausgebildet, predigte nicht und lebte nicht im Einklang mit der christlichen Moral.
Laster der Kirche
Zu den Missständen zählten:
- Nepotismus (Bevorzugung von Angehörigen bei der Ämtervergabe)
- Konkubinat der Geistlichen
- Verkauf kirchlicher Ämter (Simonie)
- Gebühren für die Verwaltung der Sakramente
- Vergebung von Sünden durch den Verkauf von Ablassbriefen
Die lutherische Reformation
Rechtfertigung durch den Glauben
Der Mensch wird nicht durch gute oder schlechte Werke gerettet oder verurteilt, sondern allein durch den Glauben, der ein Geschenk Gottes ist.
Freie Interpretation der Bibel
Die Heilige Schrift ist die einzige Quelle der Offenbarung und die einzige Grundlage des Glaubens.
Weitere Grundsätze
Es werden nur zwei Sakramente anerkannt: die Taufe und die Eucharistie.
Humanismus
Die Antike wurde zum Vorbild: Philosophische, literarische und wissenschaftliche Werke der griechisch-lateinischen Welt wurden verbreitet und als Modell für Freiheit und geistige Schöpfung angenommen. Der Mensch rückte in den Mittelpunkt (Anthropozentrismus), im Gegensatz zur mittelalterlichen Welt, in der Gott das Zentrum aller Dinge war (Theozentrismus).
Merkmale der Renaissance
- Inspiration durch die griechisch-römische Antike: Architekten, Bildhauer und Maler orientierten sich an klassischen Vorbildern. Themen waren Mythologie, Landschaften und Porträts.
- Anthropozentrismus in der Kunst: Gebäude wurden im menschlichen Maßstab errichtet; der Mensch wurde zum Protagonisten in Skulpturen und Gemälden.
- Natur als Modell: Darstellungen basierten auf einer idealisierten Wirklichkeit, die nach Schönheit strebte.
- Soziale Aufwertung der Künstler: Künstler waren keine anonymen Handwerker mehr, sondern gebildete Persönlichkeiten, die ihre Werke signierten und Ruhm sowie Reichtum erlangten.
- Mäzenatentum: Könige, Fürsten, Päpste, Adlige und reiche Bürger förderten Künstler an ihren Höfen, um ihr persönliches Prestige zu steigern.
Architektur der italienischen Renaissance
Die Architektur zeichnete sich durch klassische Elemente aus: Stein als Material, griechische und römische Säulenordnungen, Rundbögen, flache Dächer sowie Kuppeln oder Tonnengewölbe. Bekannte Gebäude sind Kirchen in Form eines lateinischen Kreuzes oder Paläste mit horizontaler Struktur und gegliederten Stockwerken.
Wichtige Vertreter
- 15. Jahrhundert: Filippo Brunelleschi (Kuppel der Kathedrale von Florenz), Leon Battista Alberti (Fassade der Kirche Santa Maria Novella).
- 16. Jahrhundert: Michelangelo (Entwurf der Petersbasilika im Vatikan).