Religiöse Entwicklung von Kindern: 9 bis 12 Jahre
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Religiöse Entwicklung von 9 bis 12 Jahren
Das Kind im Alter von 9 bis 10 Jahren
Der gute Gott ist ein allmächtiger und weiser Schöpfer. Kinder in diesem Alter lieben die Bibel; ihre Vorstellungen müssen oft mit dem übereinstimmen, was sie dort lesen. Sie wiederholen die Worte und Gesten religiöser Riten, verstehen jedoch manchmal noch nicht deren volle Bedeutung (entienden). Dennoch freuen sie sich über Details in den Geschichten.
Sie sind in der Lage, Tugenden wie den Wert der Wahrheit (verdad) zu schätzen. Sie kritisieren nicht grundlos, es sei denn, sie werden mit Verachtung, Spott oder Witzen (bromas) behandelt. Strafen akzeptieren sie, wenn diese gerechtfertigt sind, reagieren jedoch rebellisch, wenn sie sich unschuldig (inocentes) fühlen. Mit Geschmack und Spontaneität drücken sie ihre Liebe zu anderen aus.
Moralischer Aspekt und Gottesbild
Das Kind von 9 bis 10 Jahren formt ein inneres Bild von Gott (dios) und erkennt, dass es anderen helfen und nützlich sein kann. Sein religiöser Sinn beginnt, wirklich persönlich, konkret und realistisch zu werden. Sie fassen Gott als den weisen und guten Schöpfer auf, der alles aus Liebe getan und seinen Sohn Jesus gesandt hat.
Das Bild von Jesus ist das des Sohnes Gottes und ein Vorbild, dem es nachzueifern (imitar) gilt. Das Leben und die Worte Jesu sowie seiner Freunde faszinieren und fesseln sie. Sie verstehen religiöse Symbole und erfassen in ihrem Gewissen, was Gott von ihnen möchte.
Das Kind im Alter von 11 bis 12 Jahren
Moralische Entwicklung
In diesem Alter entwickeln Kinder ein ausgeprägtes Gespür für Recht und Unrecht. Ihre Moral wird autonom. Sie reagieren sensibel auf Ungerechtigkeiten (injusticias) und beginnen, den Wert moralischer Prinzipien zu erkennen. Sie entdecken, dass die Ursachen von Gut und Böse im Herzen des Menschen liegen und dass das Heilmittel gegen Selbstsucht die große Liebe (amor) ist. Man sollte ihnen hohe Ideale vorschlagen, die sie zu Opfern (sacrificio) und Anstrengungen bewegen.
Die Beziehung zu Gott
Auch die Beziehung zu Gott in Christus verändert sich. Sie bewundern Wunder und die Hingabe Jesu. Sie lieben Freiheit, Großzügigkeit und den Ursprung von Opfern. Ihr Interesse gilt biblischen Geschichten über Menschen und deren Verhältnis zu Gott. Zudem interessieren sie sich wie kleine Wissenschaftler für Gleichgesinnte, die Heilsgeschichte und die frühen Tage der Kirche (iglesia). Wenn sie willkommen geheißen und als wichtig behandelt werden, nehmen sie in Begleitung Erwachsener begeistert an allen Vorschlägen teil.