Renaissance und Barock: Epochen der Literatur im Vergleich

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Das Barock

Das Barock war eine kulturelle Bewegung, die sich im 17. Jahrhundert in Spanien und ganz Europa entfaltete. Sie begann in einer Zeit politischer und religiöser Krisen des spanischen Imperiums, die von Hunger, Elend und militärischen Verwüstungen geprägt war, und kontrastierte dies mit einem dekadenten Glanz in Literatur und Kunst.

Die herrschende Klasse verteidigte ihre Privilegien und Werte: monarchischen Absolutismus, die Besessenheit von der „Reinheit des Blutes“ (limpieza de sangre), soziale Stagnation und eine Rückkehr zur traditionellen Religiosität. Ein Spiegelbild dieser Zeit ist das Theater.

Diese pessimistische Auffassung des Lebens manifestierte sich in der Literatur durch die ständige Präsenz von Themen wie dem Tod und der Vergänglichkeit des Lebens. Dies zeigt sich in Motiven wie tempus fugit (die Zeit flieht), memento mori (gedenke des Todes) und quotidie morimur (wir sterben täglich).

Die Kunst des Barock zeichnete sich durch kunstvolle Formen und Luxus aus. Die poetische Sprache war sehr aufwendig und voller rhetorischer Mittel. Im Theater findet sich ein starker Kontrast zwischen Tragik und Komik. Dichter wie Góngora und Quevedo schrieben sowohl ernste als auch burleske und derbe Gedichte.

Die Renaissance

Die Renaissance bezeichnet die historische Epoche nach dem Mittelalter, die in Italien entstand und sich im 16. Jahrhundert im übrigen Europa verbreitete.

In der Renaissance wurde das irdische Leben aufgewertet. Diese Lebensphilosophie zeigt sich beispielsweise im Thema carpe diem (Genuss von Jugend und Schönheit).

Humanismus und Bildung

Es begann eine Suche nach der Vollkommenheit des Menschen (Humanismus). Die Humanisten widmeten sich der klassischen Kultur und der Entwicklung des Einzelnen in allen Aspekten: Kunst, Kultur und Wissenschaft. Diese Werte wurzelten vor allem im Bürgertum und verbreiteten sich durch den Buchdruck.

Der Renaissance-Mensch suchte eine direkte Kommunikation mit Gott, was sich in der protestantischen Reformation und der spanischen mystischen Poesie widerspiegelt.

Garcilaso de la Vega

Garcilaso de la Vega ist der Autor eines bedeutenden lyrischen Werks, dessen zentrales Thema die Liebe ist. In Toledo geboren, war er das perfekte Beispiel für den „Renaissance-Menschen“: Krieger und Dichter zugleich. Er verliebte sich in Isabel Freire, die viele seiner Kompositionen inspirierte. In seinen Werken finden sich verschiedene Schattierungen der Liebe: Eifersucht, Reue und Verlegenheit. Um seine Gefühle auszudrücken, griff Garcilaso häufig auf die klassische Mythologie zurück.

Renaissance-Literatur

Die Literatur war stark von der italienischen Lyrik sowie der griechisch-römischen Klassik beeinflusst. Neue Formen wurden aus Italien eingeführt: der Endekasyllabus, das Sonett, die Lira und die Real-Oktave. Man suchte nach Einfachheit, Harmonie und Schönheit durch Adjektive und Metaphern.

Themen der Renaissance-Literatur

  • Liebe: Die Frau wird idealisiert und die Gefühle des Autors stehen im Mittelpunkt.
  • Natur: Idealisierte Landschaften und der ewige Frühling (locus amoenus).
  • Mythologie: Starke Anlehnung an griechische und römische Mythen.
  • Carpe diem: Ein Ansporn, die Jugend und das Leben zu genießen.
  • Beatus ille: Ein Lob auf das einfache Leben und den Rückzug.
  • Religiöse Literatur: Neue spirituelle Sensibilität.
  • Soziale Realität: Entstehung des Schelmenromans.

Barock-Literatur

Die Barock-Literatur zeichnete sich durch folgende Merkmale aus:

  • Metrik: Kultivierte Formen (Sonett) und populäre Metrik (Romanzen, Lieder, Letrillas).
  • Stil: Geschmack für Übertreibung, Überraschung, Komplexität und Künstlichkeit (rhetorische Mittel wie Metaphern, Antithese, Hyperbaton und mythologische Anspielungen).
  • Themen: Enttäuschung und Pessimismus, Liebe, Vergänglichkeit, Kontrast zwischen Schein und Sein, Humor und Satire.

Culteranismo und Conceptismo

Culteranismo: Ein literarischer Stil, der mehr Wert auf die Form als auf den Inhalt legt. Wichtig ist nicht, was gesagt wird, sondern die kunstvolle Art, wie es gesagt wird. Merkmale sind gelehrte Lexik, reine Metaphern und mythologische Anspielungen. Hauptvertreter: Luis de Góngora.

Conceptismo: Das Gegenteil des Culteranismo. Er legt Wert auf den Inhalt und nutzt die Verbindung von Ideen oder Konzepten, um vieles auf den Punkt zu bringen. Merkmale sind Antithese, Paradoxon, Ironie, Karikatur und Wortspiele. Themen sind Pessimismus, Desillusionierung und Satire. Hauptvertreter: Francisco de Quevedo.

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