Renaissance und Barock: Kulturelle Transformationen
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Renaissance
Die Renaissance war eine tiefe und komplexe Transformation der menschlichen Kultur, die sich in allen Bereichen des literarischen Lebens widerspiegelte. Sie markierte die Rückkehr zu den künstlerischen und philosophischen Idealen der griechisch-römischen Welt. Sie blühte in Italien während des 14. bis 15. Jahrhunderts auf und verbreitete sich im 16. Jahrhundert in ganz Europa.
Quelle: Das Ende des Mittelalters und der Aufstieg des Bürgertums, das sich dem Handel und wirtschaftlichem Wohlstand widmete. Man entdeckte die griechischen und lateinischen Klassiker wieder und versuchte, diese zu imitieren. Mächtige Staaten fungierten als Gönner für Persönlichkeiten wie Dante, Petrarca und Boccaccio.
Humanismus
Eine intellektuelle und kulturelle Bewegung in Italien und Spanien zwischen dem 14. und 16. Jahrhundert.
Merkmale
- Studium der klassischen Sprachen und Literaturen.
- Nachahmung klassischer Modelle in allen Bereichen.
- Fokus auf menschliche Würde, Rationalismus und Individualismus.
- Stärkere Berücksichtigung der Volkssprache.
Kultureller Kontext
Der Kanon der Schönheit bestimmt das literarische Werk (Anteil und Ordnung in der Komposition, Gleichgewicht, Rhythmus in Vers und Prosa, Harmonie und Klarheit).
Themen und Motive
Eine klassische, weltliche, heidnische und sinnliche Welt.
Phasen der Renaissance
- Erste Phase: Zeit des Übergangs (Epoche von Karl I., Vitalität, Garcilaso de la Vega).
- Zweite Phase: (Felipe II., Misstrauen gegenüber anderen europäischen Kulturen, Fray Luis de León, San Juan de la Cruz und Teresa von Ávila).
Kultureller Kontext: Barock
Der Barock ist geprägt von einer pessimistischen Einstellung und einer düsteren Vision.
Themen
- Sozio-politische Ernüchterung und kulturelle Enttäuschung.
- Pessimismus und Zweifel.
- Besessenheit von der Zeit, Verfall, Ruinen und der Vergänglichkeit der Dinge.
- Betrachtung des Lebens als Traum, Illusion und Zerbrechlichkeit der Realität.
- Wahnsinn der Welt und nationaler Niedergang.
Unterschiede
Die Unterschiede zeigen sich in der politischen Bewegung, dem sozialen Status, der religiösen Ausrichtung, dem ästhetischen Ideal und den literarischen Themen (Schönheit, Liebe, Natur, Jahreszeiten, Lebenszeit, Landschaft, Frauen und Mythologie).
Konzeptismus (Conceptismo)
Vertreter: Baltasar Gracián und Francisco de Quevedo. Er zielt auf Prägnanz und expressive Dichte, Schärfe, Witz, Wortspiele, Widersprüche und Gegensätze ab.
Culteranismo
Vertreter: Luis de Góngora. Er sucht die Schaffung einer gebildeten, eigenen poetischen Sprache, die auf formaler Schönheit, Brillanz, sensorischer Ausarbeitung und sprachlicher Fülle basiert.
Gemeinsamkeiten
Beide Strömungen basieren auf der Skepsis der Renaissance. Sie teilen eine Tendenz zur Komplexität, Übertreibung und Überraschung, wobei sie das Gleichgewicht der Renaissance bewusst stören.