René Descartes, Spinoza und Leibniz: Philosophie erklärt
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Die Philosophie von René Descartes
Descartes' berühmter Satz „Cogito, ergo sum“ (Ich denke, also bin ich) ist eine intuitive und unmittelbare Wahrheit. Sie ist so stark und sicher, dass selbst die extravagantesten Annahmen der Skeptiker sie nicht erschüttern konnten.
Sinn und Zweck des kartesischen Zweifels
Das Ziel ist ein sicheres Wissen, das über jeden Zweifel erhaben ist und auf das sich unsere Vernunft stützen kann.
Die Methode von Descartes
Descartes definiert vier Regeln für seine Methode:
- Regel der Evidenz: Nichts darf als wahr akzeptiert werden, das nicht klar und deutlich als offensichtlich erkannt wird.
- Regel der Analyse: Komplexe Probleme sind in so viele einfache Teile wie möglich zu zerlegen.
- Regel der Synthese: Nach der Zerlegung erfolgt der schrittweise Aufbau durch logische Schlussfolgerungen.
- Regel der Aufzählung: Eine abschließende Überprüfung des gesamten Prozesses.
Das Kriterium der Wahrheit
Eine evidente Wahrheit entzieht sich dem Zweifel. Die notwendige Wahrheit der eigenen Existenz als denkendes Subjekt ist sicher und kann nicht durch Täuschung erschüttert werden.
Der angeborene Charakter der Idee Gottes
Die Idee von Gott kann keine adventive Idee sein, da wir in der physischen Welt nichts Unendliches oder Perfektes finden. Sie kann auch nicht künstlich erschaffen sein; daher muss sie eine angeborene Idee sein.
Vergleich: Substanz bei Descartes, Spinoza und Leibniz
Descartes und Spinoza stimmen im Konzept der Substanz weitgehend überein, während Leibniz eine abweichende Auffassung vertritt.
Substanzbegriff
Spinoza verteidigt die Auffassung, dass die Substanz ein Attribut besitzt und mit ihrem Wesen identisch ist. Leibniz hingegen lehrt, dass die Substanz nicht einzigartig ist, sondern aus unendlich vielen endlichen Monaden besteht.
Die Theorie der Monaden
Jede Monade enthält oder entwickelt eine Darstellung des gesamten Universums. Gott sorgt für eine prästabilierte Harmonie, eine perfekte Übereinstimmung zwischen den Darstellungen aller Monaden.
Gesellschaft und Moral: Spinoza vs. Leibniz
Leibniz glaubt, dass das moralische Böse eine Folge der menschlichen Sünde ist, die aus einer fehlerhaften Wahl des Menschen resultiert.
Spinoza hingegen argumentiert, dass die vermeintliche Freiheit, die der Mensch zu besitzen glaubt, lediglich eine Illusion der Fantasie ist, die aus Unwissenheit über die wahren Ursachen unseres Handelns entsteht.