Rinconete und Cortadillo: Eine Erzählung von Cervantes

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Rinconete und Cortadillo

Miguel de Cervantes Saavedra


Die Begegnung

In der heißen Sommersonne, auf dem Weg von Kastilien nach Andalusien, trafen sich zwei Jungen im Alter von etwa vierzehn bis siebzehn Jahren. Beide waren in einem erbärmlichen Zustand: ihre Kleidung war zerrissen, ihre Schuhe bestanden kaum noch aus Sohlen, und sie wirkten gezeichnet von einem harten Leben. Sie trugen ihre wenigen Habseligkeiten bei sich, darunter Spielkarten und einfache Waffen.

Nach einem kurzen Gespräch stellten sie fest, dass sie beide auf der Flucht vor ihrem bisherigen Leben waren. Der eine, Pedro del Rincon, stammte aus Fuenfrida und war ein geschickter Kartenspieler. Der andere, Diego Cortado, war ein Schneiderlehrling, der sich als Taschendieb verdingte. Sie beschlossen, fortan als Freunde zusammenzureisen.

Der Weg nach Sevilla

Die beiden Jungen begannen, Reisende zu bestehlen, um ihren Lebensunterhalt zu sichern. Auf dem Weg nach Sevilla verfeinerten sie ihre Techniken. In der Stadt angekommen, waren sie beeindruckt von der Größe und dem geschäftigen Treiben. Sie trafen auf andere junge Diebe, die sie in die Bruderschaft des berüchtigten Monipodio einführten.

Die Bruderschaft des Monipodio

Monipodio war der Anführer einer organisierten Bande von Dieben und Gaunern in Sevilla. Sein Haus diente als Treffpunkt für Kriminelle aller Art. Die Bruderschaft pflegte eine bizarre Form der Frömmigkeit: Sie beteten zu Heiligen, stifteten Kerzen und ließen Messen für ihre verstorbenen „Wohltäter“ lesen, während sie gleichzeitig ihren illegalen Geschäften nachgingen.

Regeln und Hierarchien

  • Aufnahme: Die neuen Mitglieder mussten ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen.
  • Hierarchie: Monipodio fungierte als Vaterfigur und Richter.
  • Frömmigkeit: Trotz ihrer Verbrechen hielten sie an religiösen Ritualen fest, um ihr Gewissen zu beruhigen.

Das Leben in der Unterwelt

Die Erzählung schildert detailliert die internen Konflikte der Bande, die Rolle der „Wächter“ und die ständige Gefahr durch die Justiz. Trotz der kriminellen Umgebung zeigen sich Rinconete und Cortadillo als scharfsinnige Beobachter, die das absurde und moralisch verkommene System der Bruderschaft hinterfragen.

Die Geschichte endet mit dem Ausblick auf weitere Abenteuer der beiden Freunde in Sevilla, während sie tiefer in die Machenschaften der Akademie des Monipodio hineingezogen werden.

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