Die Rolle Europas in der Weltwirtschaft: Industrie, Handel und Ressourcen
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Die Rolle Europas in der Weltwirtschaft
Die Länder Europas haben traditionell eine zentrale Rolle in der Gestaltung der Weltwirtschaft gespielt und tun dies weiterhin. Die Europäische Union (EU) rivalisiert mit den Vereinigten Staaten und Japan um die Spitzenpositionen der globalen Wirtschaftsmacht. Europa zieht einen großen Teil des weltweiten Handels und der Investitionen an. Im Gegensatz zu den Vereinigten Staaten, die ebenfalls stark im Handel und bei Investitionen engagiert sind, nutzt Europa diese Instrumente sehr gezielt und entwickelt ständig neue Ansätze für wirtschaftliche Tätigkeiten. Die Mitgliedstaaten der Europäischen Union spielen eine Hauptrolle im globalen Handel und in der Weltwirtschaft.
Entwicklungsstand und Produktivität
Die meisten europäischen Länder sind reich oder hoch entwickelt. Dies ist auf ihre produktiven Tätigkeiten zurückzuführen, die sich durch hohe Entwicklung und Produktivität auszeichnen. Charakteristisch sind intensive gewerbliche und Dienstleistungstätigkeiten sowie ein komplexes Netzwerk von Verkehr und Kommunikation. Die Mehrheit der Beschäftigten ist im tertiären Sektor (Dienstleistungen) tätig. Nur eine Minderheit arbeitet im primären Sektor (Landwirtschaft, Rohstoffe). Je entwickelter und reicher ein Land ist, desto geringer ist der Anteil der primären Aktivitäten.
Landwirtschaftliche Aktivitäten
Die landwirtschaftliche Produktion beschäftigt nur wenige Arbeitskräfte, erzielt aber hohe Produktionsvolumina. Die landwirtschaftlichen Erzeugnisse sind für den Markt bestimmt, sowohl intern als auch extern. Im Allgemeinen werden hohe Erträge erzielt, dank der Anwendung neuer Technologien, wissenschaftlicher Erkenntnisse und landwirtschaftlicher Lizenzen.
Viehzucht (Extensiv und Intensiv)
- Extensive Viehzucht: Findet in trockenen, weniger begünstigten Gebieten statt (z. B. Mittelmeerküste).
- Intensive Viehzucht: Ist in den entwickelten Gebieten Nordeuropas sowie in zentralen Bergregionen verbreitet. Hier werden überwiegend Rinder, Schafe und Schweine zur Versorgung mit Fleisch und Milch gehalten.
Sehr häufig ist auch die Handelstierhaltung, die auf Stallhaltung (Äcker und Ställe) und vorbereiteter Fütterung (spezielle Futterrationen) basiert.
Forstwirtschaftliche Tätigkeit
Die Forstwirtschaft hat zu wichtigen industriellen Entwicklungen geführt, sowohl in der Holzverarbeitung als auch in der Papierherstellung. Länder wie Schweden, Finnland und Norwegen gehören zu den größten Exporteuren weltweit in diesem Sektor.
Fischereiaktivität
Europa hat eine lange Tradition in der Fischerei und im Fischkonsum. Die Länder mit den größten Fangmengen sind: Russland, Norwegen, Island, Dänemark und das Vereinigte Königreich. Diese Länder haben eine moderne, industriell geprägte Fischereiflotte entwickelt.
Bodenschätze und Bergbau
Die Existenz reicher Vorkommen an Eisen und Kohle in Mitteleuropa und auf den Britischen Inseln war grundlegend für die Entwicklung der frühen Industrie. Viele dieser Lagerstätten sind heute jedoch nicht mehr produktiv. Daher müssen Erze oder Basisprodukte (Eisen oder Stahl) importiert werden.
Europa ist defizitär bei fossilen Brennstoffen wie Erdöl und Erdgas und muss diese in großem Umfang importieren. Es gibt jedoch große Erdölvorkommen in der Nordsee, die mithilfe von Unterwassertechnik ausgebeutet werden.
Europäische Industrie und Globalisierung
Die europäischen Industrien gehören zu den wichtigsten und am weitesten entwickelten der Welt, sei es aufgrund der Vielfalt der hergestellten Produkte, der wirtschaftlichen Komplexität oder des monetären Werts der Produktion.
Die Industriestandorte wurden historisch oft in der Nähe von Kohle- und Eisenvorkommen angesiedelt. Obwohl der Bergbau an Bedeutung verloren hat, weisen diese Regionen weiterhin eine große industrielle Entwicklung auf (Transformationsindustrie).
Die wirtschaftliche Globalisierung spielt eine wichtige Rolle im industriellen Wandel Europas. Die europäische Industrie konzentriert sich zunehmend auf die Herstellung hochkomplexer, technologischer Güter mit hohem Mehrwert. Der Austausch in der globalen Wirtschaft sichert den weltweiten Absatz dieser Produkte. Einfachere Industrieprodukte werden hingegen oft aus anderen Regionen importiert.
Wichtige Industriegebiete
Die Rotterdam-Mailand-Achse
Diese Achse ist das wichtigste industrielle Zentrum Europas. Ihr hoher Entwicklungsgrad basiert auf der Existenz zahlreicher Ressourcen, exzellenter Energieversorgung und Kommunikationswegen. Es ist ein Gebiet, das hauptsächlich der Schwerindustrie gewidmet ist, einschließlich Maschinenbau, Chemie und der Produktion von Investitionsgütern.
Die Britische Region
Hier dominieren die mechanische und die Elektroindustrie, die chemische Industrie, der Transportsektor und die Lebensmittelindustrie.
Osteuropa
Diese Region durchläuft derzeit einen sehr wichtigen Prozess der industriellen Umstrukturierung (Re-Konversion). Durch die Öffnung nach Westen werden Technologien modernisiert, um effizienter zu werden und die Produktivität zu verbessern.
Deutschland als Wirtschaftsmacht
Obwohl Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg (2. WK) weitgehend zerstört war, zeigte das Land ab den 1950er Jahren ein spektakuläres Wirtschaftswachstum (Wirtschaftswunder). Heute ist seine Wirtschaft eine der wohlhabendsten und die drittgrößte Macht der Welt, nach den USA und Japan.
Die Industrie ist die Basis seiner Wirtschaftsmacht. Die meisten Industrien befinden sich in den Ruhr- und Saar-Becken, die zu den wichtigsten industriellen Integrationsachsen Europas gehören. Die Wiedervereinigung Deutschlands nach dem Fall des Kommunismus gab der deutschen Industrie neue Impulse.