Die Romanik: Kunst und Architektur des Mittelalters
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Die Romanik: Der erste europäische Kunststil
Der Stil der repräsentativsten Künstler des Feudalismus war die Romanik zwischen dem 11. und 12. Jahrhundert. Sie ist aufgrund ihrer Ähnlichkeit mit der römischen Kunst benannt.
Der erste europäische Stil
Die Epoche der Romanik war der erste internationale Stil mit gemeinsamen Merkmalen in ganz Europa. Die Verbreitung wurde maßgeblich durch den Benediktinerorden von Cluny in Frankreich gefördert, von wo aus sie sich über ganz Europa ausbreitete. Auch die Kreuzzüge trugen dazu bei: Die Wanderungen der Steinmetze und Bildhauer, die mit den Truppen durch die verschiedenen europäischen Regionen zogen, verbreiteten den Stil. Die romanische Kunst war im Wesentlichen religiös geprägt.
Romanische Architektur
Merkmale
- Material: Verwendung von Stein als wichtigstes Baumaterial.
- Konstruktion: Dicke Mauern, Säulen und kreuzförmige Pfeiler.
- Gewölbe: Halbkreisbögen (Rundbögen) sowie Tonnengewölbe oder Kreuzgewölbe.
Romanische Bauten sind solide und besitzen nur wenige, schmale Fenster, weshalb das Innere eher dunkel ist.
Die romanische Kirche
Die Kirche hat meist die Form eines lateinischen Kreuzes und besteht aus drei oder fünf Schiffen, einem Querschiff (Transept) und einem Chor mit halbrunden Apsiden. Wallfahrtskirchen verfügten zudem über einen Chorumgang und eine Empore. Das Kirchenschiff wird durch halbkreisförmige Arkaden begrenzt, die die Gänge hinter dem Altar verlängern. Die Empore im zweiten Stock bot Platz für mehr Gläubige. Alle Elemente hatten eine religiöse Bedeutung: Die Form des lateinischen Kreuzes stützte die Steinblöcke und das Dach. Die Orientierung der Kirche war fest definiert: Der Chor war nach Osten ausgerichtet.
Bildhauerei und Malerei
Die Funktion der Kunst bestand darin, Gott zu loben und Analphabeten die christliche Lehre durch Bilder zu vermitteln. Daraus ergeben sich die Eigenschaften: Es wurde nicht nach Schönheit oder Realismus gesucht, sondern nach Ausdruck. Die Figuren wirken starr und unbeweglich. Die dargestellten Themen sind Szenen aus dem Alten Testament und dem Leben Christi.
Skulptur
Skulpturen finden sich vor allem an den Portalen und Kapitellen der Kirchen. Sie wurden aus mehrfarbigem Holz oder Elfenbein gefertigt und dienten dazu, Christus am Kreuz (ohne Ausdruck des Leidens) sowie die Jungfrau mit dem Kind auf dem Schoß darzustellen.
Malerei
Die Malerei wurde an den Innenwänden der Kirchen oder auf Holztafeln ausgeführt. Sie zeichnet sich durch eine sehr scharfe schwarze Konturierung und die Verwendung von einheitlichen Farben aus, wobei Blau und Rot dominieren, um Ausdruckskraft zu erzielen. Auch die Buchmalerei (Miniaturen) erlebte eine große Entwicklung.
Das mittelalterliche Dorf
Die ländlichen Dörfer wurden auf dem Land durch Rodung von Wäldern erschlossen. Sie waren in der Regel von Bäumen umgeben, die Obst, Jagdmöglichkeiten, Holz und Weideflächen boten. Manchmal lagen sie in der Nähe von Sümpfen, die Schilf, Binsen und Fisch lieferten.