Die Romantik: Epoche, Merkmale und Kunstgeschichte

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Historischer und kultureller Kontext der Romantik

Die Romantik steht in engem Zusammenhang mit der Industriellen Revolution, der Entstehung des Proletariats sowie Umbrüchen im Transportwesen, an den Akademien und in den Salons. Sie ist eine Periode der bürgerlichen Revolutionen, in der sich die Bourgeoisie gegen absolutistische Monarchien und Restaurationen auflehnte (Unruhen von 1820, 1830 und 1848).

  • Gesellschaftlicher Wandel: Unterstützung durch das Proletariat und Intellektuelle.
  • Nationalismus: Vereinheitlichung von Deutschland und Italien sowie Unabhängigkeitskriege (z. B. Griechenland, Belgien).
  • Medien: Verbreitung von Ideen durch Zeitungen und Zeitschriften.

Philosophische Einflüsse

Die künstlerische Strömung wurde maßgeblich durch die Philosophie geprägt:

  • Kant: Das Gefühl als Erkenntnisquelle.
  • Fichte: Der Individualismus und das Bewusstsein als Zentrum der Existenz.
  • Rousseau: Die Liebe zur Natur und zu den Leidenschaften.

Merkmale der romantischen Kunst

Obwohl Klassizismus und Romantik oft als Gegenbewegungen betrachtet werden, beeinflussten sie sich gegenseitig (z. B. die Marseillaise am Arc de Triomphe). Beide suchen einen Ausweg aus der Realität, unterscheiden sich jedoch in der Umsetzung.

Literatur und Lebenshaltung

Die Kunst ist eng mit der Literatur verknüpft; der Name leitet sich vom Begriff „Roman“ ab. Werke wie Goethes Faust oder Shelleys Frankenstein repräsentieren den romantischen Geist. Die Romantik ist eine Lebenshaltung, die alle Aspekte des Daseins durchdringt.

Flucht in die Fantasie

Der romantische Künstler wendet sich oft exotischen Welten, dem Orient oder dem Mittelalter und der Renaissance zu (Historismus). Es findet eine Idealisierung dieser Umgebungen statt.

Bruch mit der klassischen Tradition

Die Romantik bricht mit der Einheitlichkeit der Akademien in zwei Aspekten:

  • Thematisch: Aufkommen neuer historischer oder zeitgenössischer revolutionärer Themen.
  • Technisch: Komplexe Kompositionen, Dominanz der Farbe über die Linie, lockere Pinselführung und dynamische Lichtsetzung.

Werte wie Individualismus, nationale Traditionen und der Ausdruck von Emotionen und Schmerz stehen im Vordergrund. Schönheit ist nicht mehr das alleinige Ziel; stattdessen werden Einfallsreichtum und die Skizze als Ausdrucksmittel geschätzt.

Romantische Malerei und Skulptur

In der Malerei dominiert die Farbe gegenüber der Zeichnung. Die Lichtbehandlung ist dramatisch: Hell-Dunkel-Kontraste, Stürme, Polarlichter und Sonnenuntergänge prägen die Kompositionen.

Landschaftsmalerei

Die Landschaft spielt eine zentrale Rolle:

  • Englische Schule (z. B. Turner): Die Natur als unkontrollierbare, mächtige Kraft im Kampf gegen den Menschen.
  • Deutsche Schule (z. B. Friedrich): Eine spirituelle, mystische Behandlung der Natur, in der sich der Mensch klein und einsam vor der Unendlichkeit fühlt.

Während die Malerei die romantische Haltung perfekt widerspiegelt, bleibt die Skulptur dieser Zeit oft noch stark klassizistisch geprägt und von behördlichen Vorgaben abhängig.

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