Die Romantik: Epoche, Merkmale und spanische Literatur

Eingeordnet in Spanisch

Geschrieben am in Deutsch mit einer Größe von 3,73 KB

Was ist die Romantik?

Die Romantik ist eine kulturelle und künstlerische Bewegung, die in Europa zwischen dem späten 18. und frühen 19. Jahrhundert entstand. Sie markiert den Beginn der Moderne.

Merkmale der Romantik

  • Freiheit des Individuums: Soziale, moralische, politische und künstlerische Freiheit.
  • Subjektivismus: Ausdruck der inneren Welt des Künstlers, seiner Leidenschaften und Gefühle. Konflikt zwischen Glückserwartungen und der Realität.
  • Irrationalismus, Idealismus, Nationalismus und jugendlicher rebellischer Geist.

Stufen der Romantik in Spanien

Romantische Prosa

Es gibt zwei literarische Gattungen der Prosa:

  • Historischer Roman: Spielt in der Vergangenheit, vor allem im Mittelalter, da die Romantiker die moderne Gesellschaft als vulgär empfanden. Ein bedeutender Schöpfer war Sir Walter Scott (Ivanhoe). In Spanien ist El Señor de Bembibre von Enrique Gil y Carrasco hervorzuheben, das die Liebesgeschichte inmitten der Konflikte um den Templerorden erzählt.
  • Costumbrismo: Befasst sich mit der heutigen Gesellschaft, beschreibt Volksbräuche, Charaktere und typisches Handwerk. Der Schriftsteller kritisiert moderne Trends und sehnt sich nach alten Traditionen. Die Arbeit von Larra unterstützte die Modernisierung der Gesellschaft.

Romantische Poesie

Die erzählende Dichtung nutzt geheimnisvolle, übernatürliche und düstere Elemente an traditionellen Orten. Bekannte Werke sind El estudiante de Salamanca von Espronceda und die Legenden von Zorrilla.

Lyrik

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts betonte Espronceda rhetorische, patriotische und soziale Fragen. In der zweiten Hälfte wurde die Literatur durch Bécquer und Rosalía de Castro intimer, pessimistischer und betrachtete die Liebe oft als Quelle von Schmerz und Enttäuschung.

José de Espronceda

Lyrik

  • Themen: Verteidigung der Marginalisierten (z. B. Canción del pirata, El mendigo), politische Ideale und die Klage über die verlorene Jugend.
  • Poetischer Stil: Ausdruck seines leidenschaftlichen Temperaments, rhythmische Verse, gewaltsame Kontraste und überraschende Innovationen.

Wichtige Werke

  • El estudiante de Salamanca: Spielt im 17. Jahrhundert. Die Figur des Félix de Montemar spiegelt die Vitalität und den romantischen Rebellengeist wider.
  • El diablo mundo: Ein Werk mit ideologischen Absichten, das zeigt, dass der Mensch von Natur aus gut ist und die Gesellschaft ihn korrumpiert. Der zweite Teil enthält die emotionale Canto a Teresa, eine Elegie auf seine verstorbene Geliebte.

Gustavo Adolfo Bécquer

Bécquer gilt als Vorläufer mehrerer zeitgenössischer lyrischer Trends.

Rimas (Reime)

Seine Reime sind eine Sammlung kurzer Gedichte, unterteilt in vier Themenbereiche:

  • Poesie und poetische Inspiration
  • Glückliche Liebe
  • Das Scheitern der Liebe
  • Einsamkeit und Tod

Sein Stil ist einfach, nutzt Assonanz und drückt Gefühle mit großer Intensität aus. Seine Dichtung verbindet die Intimität der deutschen Romantik mit der Einfachheit andalusischer Poesie.

Prosa: Die Legenden

Seine Legenden sind fantastische Geschichten, die meist im Mittelalter spielen und seine intimsten Obsessionen ausdrücken. Bekannte Werke sind: El monte de las ánimas, Los ojos verdes, Maese Pérez el organista, El rayo de luna, La corza blanca oder El beso.

Verwandte Einträge: