Romantik und die katalanische Renaixença

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Romantik und die Renaixença

1. Die Romantik

Die Romantik war eine kulturelle Bewegung, die Ende des 18. Jahrhunderts in Deutschland und England begann und sich während des 19. Jahrhunderts auf andere europäische Länder ausweitete. Diese Bewegung erschien in einer Ära, die durch tiefgreifende Veränderungen geprägt war. Die Ideale der Französischen Revolution und die Auswirkungen der Industriellen Revolution änderten die politische, wirtschaftliche, soziale und spirituelle Landschaft in einigen Ländern Europas. Diese Bewegung verursachte eine tiefgreifende Veränderung in der Art, die Welt zu verstehen, genauer gesagt, die Kunst zu begreifen.

1.1. Romantische Sensibilität

Im Laufe der Geschichte haben sich Bewegungen mit klassischen Zügen und innovative Strömungen abgewechselt. Im Allgemeinen argumentieren klassizistische Bewegungen, dass es Modelle klassischer Schönheit gibt, denen jeder Künstler folgen oder die er nachahmen muss. Die innovative Bewegung hingegen befürwortet das Durchbrechen etablierter Regeln und die Suche nach neuen Möglichkeiten in allen künstlerischen Manifestationen. Die Romantik ist eine innovative Bewegung, die sich in ihrer Ästhetik auf die Erhöhung der individuellen Empfindlichkeit stützt.

2. Die Renaixença (Renaissance)

Im 19. Jahrhundert begann die Wiederherstellung der katalanischen Sprache als Sprache der Kultur und der Literatur. Diese Erholung wurde in einer historischen und kulturellen Bewegung artikuliert, die als Renaixença bekannt ist. Ihre Ursprünge sind im tiefen sozialen und wirtschaftlichen Wandel zu suchen, der durch die Industrialisierung in Katalonien verursacht wurde, sowie im Einfluss der Romantik, welche die eigene Sprache und Geschichte wiederentdeckte, die Popkultur erforschte und nationale Gefühle entfachte.

2.1. Die Agenda der Renaixença

Die wichtigsten kulturellen Ziele des Programms der Renaixença sind:

  • a) Förderung der schriftstellerischen Tätigkeit.
  • b) Erstellen einer eigenständigen Literatur.
  • c) Förderung der Kenntnis der eigentlichen Geschichte.
  • d) Gründung katalanistischer Institutionen.

2.2. Drei emblematische Momente

  • a) Jahr 1833: Veröffentlichung von La Pàtria (Die Nation).
  • b) Jahr 1859: Gründung der Jocs Florals (Blumenspiele).
  • c) Jahr 1877: Veröffentlichung von L'Atlàntida durch Jacint Verdaguer.

Jacint Verdaguer

Jacint Verdaguer wurde 1845 in Folgueroles geboren. Als Sohn einer Bauernfamilie trat er mit zehn Jahren in das Seminar von Vic ein, wo er einen soliden Hintergrund in Geisteswissenschaften, Philosophie und Theologie erwarb. Bald begann er zu schreiben und gewann mit zwanzig Jahren zwei Preise bei den Jocs Florals in Barcelona. Im Alter von 40 Jahren erlitt er eine schwere Krise und wandte sich der spirituellen Praxis des Exorzismus sowie karitativen Werken zu, wodurch er erhebliche Schulden anhäufte. Er starb 1902 in Vallvidrera an Tuberkulose. Die Beerdigung von „Pater Cinto“, wie er im Volk bekannt war, wurde zu einer eindrucksvollen Demonstration allgemeiner Trauer.

1. Der große Dichter der Renaixença

Er war der große Dichter der Renaixença und Schöpfer der modernen Schriftsprache. Schon als Kind sammelte und transkribierte er Märchen und Legenden, die er vom Volk hörte, und las zudem klassische Werke der Weltliteratur. Er schaffte es, einen sehr prägnanten Stil zu kreieren, der meisterhaft Folk-Elemente und kultivierte Elemente kombinierte. Auf diese Weise gewann er bald Anerkennung sowohl beim einfachen Volk als auch in intellektuellen Kreisen. Er fand in der romantischen Sensibilität adäquate Elemente, um seine idealistische, leidenschaftliche und rebellische Stimmung auszudrücken. Aus diesem Grund gilt Verdaguer als die große romantische Figur Kataloniens.

2. Epische Dichtung

Verdaguer schuf zwei der wichtigsten Epen der katalanischen Literatur: L'Atlàntida und Canigó. Wie es für diese Gattung typisch ist, erzählen sie von den Taten eines Helden, der mit außergewöhnlichen Phänomenen konfrontiert wird. L'Atlàntida erzählt vom Versinken eines legendären Kontinents im Atlantischen Ozean. Canigó erklärt den Ursprung mythischer und legendärer Orte.

3. Der Text und das Werk

Da Verdaguer ein Priester war, führte er ein mystisches und gemeinnütziges Leben. Auf der anderen Seite führte ihn die Wertschätzung für seine Heimat dazu, das Land und das Interesse der Bevölkerung an Katalonien zu loben. So hatte sein Werk sowohl einen religiösen als auch einen patriotischen Charakter. Empfohlene Bücher: Idil·lis i cants místics, Pàtria und Flors del Calvari.

4. Legenden und Märchen

In seinen Werken offenbarte er ein großes Interesse an den Legenden und der Geschichte Kataloniens. Nachdem er Märchen und Sagen der katalanischen Völker gehört hatte, erneuerte er diese Gattung, indem er neue Versionen davon verfasste.

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