Romantik: Kunst, Kultur und Gesellschaft im 19. Jahrhundert

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Romantische Revolution: Kunst, Kultur und Gesellschaft

Das napoleonische Kaiserreich festigte die Errungenschaften der Französischen Revolution und verbreitete deren Ideen und Institutionen in ganz Europa. Nach der endgültigen Niederlage Napoleons schlug die europäische Restauration eine Rückkehr zum Ancien Régime und zum Absolutismus vor.

Im wirtschaftlichen Bereich setzte die Industrielle Revolution ihren unaufhaltsamen Fortschritt fort, was den Aufstieg der Bourgeoisie begünstigte. Dies befeuerte die revolutionären Wellen von 1820, 1830 und 1848, die oft in Frankreich ihren Ausgang nahmen. Die Revolution von 1830 beendete den Absolutismus von Karl X. und führte die liberale Monarchie unter Louis-Philippe ein.

Die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts war in der politischen Arena geprägt vom Konflikt zwischen liberalen Revolutionären und Anhängern des alten Regimes, während wirtschaftlich die industrielle Entwicklung und kulturell die Romantik expandierten.

Die Romantik

Die Romantik erreichte ihre volle Blüte zwischen 1820 und 1850, unter anderem in Frankreich. Sie war eine Lebenseinstellung und ein künstlerischer Stil, der sich gegen die kalte Rationalität und die Ästhetik des Klassizismus stellte. Ihre Werte spiegelten das Gefühl einer revolutionären Bourgeoisie wider, die Liberalismus und Nationalismus auf ihre Fahnen geschrieben hatte.

Merkmale der Romantik:

  • Verherrlichung des Individualismus
  • Wunsch nach Freiheit
  • Rechtfertigung des Gefühls
  • Tendenz zur Tagträumerei und Flucht aus Raum und Zeit

Die Romantik fand ihre besten Ausdruckskanäle in der Literatur und Malerei. Das romantische Thema deckt ein breites Spektrum ab:

  • Historische Ereignisse: Widerhall romantischer Ideale von Freiheit und kollektivem Sinn.
  • Mittelalter: Idealisierte Visionen von Spiritualität und Ritterlichkeit.
  • Exotische Orte: Sehnsucht nach Flucht und Tagträumerei.
  • Extremsituationen: Zur Exaltation der Gefühle.
  • Malerische Landschaften: Idealisierte Szenarien, die die gewaltigen Kräfte der Natur darstellen.

Die Romantik kann als die erste Avantgarde-Bewegung der Kunstgeschichte betrachtet werden, da sie die subjektive Vision des Künstlers in den Mittelpunkt stellte.

Das romantische Bild von Spanien

Es entstand eine große internationale Projektion eines romantischen Spaniens, oft geprägt durch Stereotype britischer und französischer Reisender:

  • Der nationalistische Unabhängigkeitsgeist des Volkes, das Napoleon besiegt hatte.
  • Zahlreiche mittelalterliche Ruinen.
  • Alte Bräuche, die durch die kaum vorhandene industrielle Revolution bewahrt wurden.
  • Malerische Figuren wie Banditen, Zigeuner und Stierkämpfer.

Die Unabhängigkeit der Künstler

Das 19. Jahrhundert markierte den endgültigen Bruch der traditionellen Beziehungen zwischen Auftraggebern und Künstlern. Sie strebten nach Unabhängigkeit von den Mächtigen und lehnten die Vorgaben der Akademien ab. Die Öffentlichkeit gewann an Bedeutung, da sie nun Zugang zu Kunstwerken hatte, ohne diese besitzen zu müssen. Dies führte zur Entstehung der böhmischen Avantgarde und zur Bildung von Künstlergruppen, die sich gegenseitig unterstützten, wie etwa die Nazarener.

Architektur und Stadtplanung: Ingenieure und Architekten

Ab dem 18. Jahrhundert bildeten sich zwei getrennte Berufsfelder heraus:

  • Der Ingenieur: Erhielt eine praktische Ausbildung an Fachschulen, um den Anforderungen der Industrialisierung gerecht zu werden.
  • Der Architekt: Sah sich als Künstler und verachtete zunächst die industrielle Entwicklung. Seine Ausbildung blieb traditionell und klassisch orientiert.

Die Architektur der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts lässt sich in zwei Gruppen unterteilen:

  • Eisenarchitektur: Begrenzt auf ingenieurtechnische Arbeiten für industrielle Anforderungen.
  • Neoklassizistische und historistische Architektur: Traditionelle Gebäude, die künstlerischen Ansprüchen genügten.

Mit der Zeit wurden historistische Bauten unter Einsatz neuer Materialien wie Eisen und Glas immer häufiger.

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