Romantik in der Literatur: Epochen, Merkmale und Autoren
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Romantische Poesie
Die Freiheit offenbart sich in der Versform durch innovative metrische Mischungen und eine konnotative, symbolische Sprache, die eine moderne Poesie schuf. Wir unterscheiden zwei Arten:
- Narrative Poesie: Historisch-legendäre Erörterungen (z. B. Der Student von Salamanca). Überwiegend kurze Erzählgedichte, Märchen oder historische Romane.
- Lyrik: Geprägt von Subjektivismus und Emotionalität. Intime und erhabene Themen dominieren; die Natur und ihre Elemente werden animiert und erhalten symbolische Bedeutung.
Man unterscheidet zudem:
- Lyrisch-romantisch: Dichte und erhabene Rhetorik (z. B. Espronceda), Ausdruck eines rebellischen, kämpferischen und enttäuschten Geistes.
- Lyrisch-postromantisch: Intimer, essenzieller, natürlicher und einfacher (z. B. Bécquer und Rosalía de Castro).
Wichtige Autoren der Romantik
Gustavo Adolfo Bécquer
Er ist der einflussreichste Dichter des 19. Jahrhunderts, insbesondere durch seine Rimas. Diese kurzen Gedichte (Hendekasyllaben und Siebensilber) sind Ausdruck menschlicher Anliegen und zeichnen sich durch eine einfache, natürliche Sprache aus. Seine Legenden in Prosa sind geprägt von Romantik, Fantasie und Mysterien.
Rosalía de Castro
Sie zeichnet sich durch Einfachheit und Nacktheit in ihrem Werk aus. In En las orillas del Sar zeigt sie einen intimen, traurigen Ton, der essenzielle Lebensfragen und ihre Heimat thematisiert, ohne dabei die soziale Kritik zu vernachlässigen.
Der Roman und die Sittenbilder
Der Roman erlebte durch die Entwicklung des Bürgertums einen Boom. Bevorzugt wurde der historische Roman, der oft im Mittelalter angesiedelt war. Zudem entstand der soziale Roman.
Die Sittenbilder (Costumbrismo)
Dies sind satirische Erzählungen, die den Alltag und traditionelle Bräuche widerspiegeln. Sie bilden die Vorstufe zum realistischen Roman.
Mariano José de Larra
Er gilt als der wichtigste Kritiker der Sitten. In seinen rund zweihundert Artikeln behandelte er politische Themen (gegen Absolutismus und Karlismus), Literaturkritik und gesellschaftliche Mängel. Mit ironischem und sarkastischem Ton wollte er die spanische Gesellschaft verändern. Der Journalismus entwickelte sich in dieser Zeit stark, wobei viele Romane als Fortsetzungsgeschichten veröffentlicht wurden.
Das Theater
Das romantische Drama
Es ist die Quintessenz des dramatischen Subgenres. Geprägt durch historische Stoffe, menschliche Leidenschaften und die Konflikte des romantischen Helden. Es herrscht kreative Freiheit, exotische Schauplätze und die Absicht, das Publikum emotional zu bewegen.
Das beliebte Theater
Der barocke Einfluss überlebte bis weit ins Jahrhundert. Es gab viele Komödien mit Magie, Heiligen und Helden, oft mit vielen Charakteren und Spezialeffekten. Die Farce wurde als kurzes Stück zur Unterhaltung geschätzt.
Das neoklassizistische Theater
Es gab eine ständige Debatte zwischen Aufklärern und Verteidigern des Volkstheaters. Aufklärer lehnten das barocke Theater ab und forderten die Einhaltung der drei Einheiten, die Trennung von Tragik und Komik sowie eine gehobene Sprache.
- Neoklassische Tragödie: Orientiert an italienischen und französischen Modellen (z. B. La Raquel). Themen sind oft der Kampf für Freiheit und der Widerstand gegen Despotie.
- Neoklassische Komödie: Charaktere und Publikum stammen aus der Mittelklasse. Fokus auf soziale Konflikte, Logik und einfache Handlungen.
- Sentimentale Komödie: Werke in Prosa oder Versen mit dramatischen Szenen, die soziale Hindernisse thematisieren. Manche Kritiker sehen darin eine Vorform der Romantik.
Trends und Merkmale der Romantik
Es gibt zwei Trends: glühende Liberale, die aufklärerische Ideen verfolgen, und romantische Traditionalisten, die die bürgerliche Welt ablehnen. Man unterscheidet die Phasen: Vorromantik, Blütezeit und Spätromantik.
Konzept und Merkmale
Die Romantik ist eine ideologische Bewegung, ein Lebensgefühl und eine Kunstform. Zentrale Aspekte sind:
- Freiheit und Individualismus: Das „Ich“ bricht die Grenzen des Rationalen.
- Der romantische Held: Er kämpft gegen das Schicksal und die Welt, oft mit tragischem Ausgang.
- Ablehnung von Regeln: Mischung von Prosa und Versen, Ernst und Groteske.
- Natur: Sie passt sich der Stimmung an; die Nacht und das Übernatürliche spielen eine zentrale Rolle.