Romantik in Spanien: Drama, Prosa und Lyrik

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Don Juan Tenorio von José Zorrilla

Don Juan Tenorio, das bedeutende religiöse Drama von José Zorrilla, spiegelt den Mythos des Don Juan wider. Das zentrale Thema des Werkes ist die Freiheit: die Fähigkeit eines Individuums, sein Schicksal durch den eigenen Willen zu bestimmen, jenseits der Liebe und Barmherzigkeit Gottes.

Struktur, Zeit und Raum

Das Werk besteht aus zwei Teilen mit jeweils vier bzw. drei Akten. Die Zweiteilung bietet einen Kontrast: Der erste Teil befasst sich mit der Charakterisierung des Protagonisten, während sich der zweite Teil auf dem Friedhof auf die Erlösung des Don Juan konzentriert.

Charaktere

  • Don Juan: Der absolute Protagonist. Zu Beginn ist er ein skrupelloser, individualistischer Mann, der viele Menschen getötet hat. Später zeigt er sich jedoch fähig zur Wandlung und Reue.
  • Doña Inés: Eine unschuldige und sanfte junge Frau, die die erlösende Liebe symbolisiert, welche den Wüstling rettet.

Romantische Prosa

Die Anziehungskraft auf die historische Vergangenheit und der Einfluss von Walter Scott leiteten die Entwicklung des historischen Romans ein. Trotz der Darstellung romantischer Konflikte im Mittelalter gilt El señor de Bembibre von Gil y Carrasco als das geschätzteste Werk dieser Gattung.

Larra und die Prosa

Mariano José de Larra ist der bedeutendste journalistische Autor Spaniens. Seine Artikel wurden in fünf Bänden unter dem Titel Colección de artículos dramáticos, políticos y literarios veröffentlicht.

Artikel über Sitten und Gebräuche

Diese Artikel analysieren kritisch die Realität und sind Teil von Reformvorschlägen für eine freiere und gebildetere Gesellschaft. Larra kritisiert Unwissenheit, Rückständigkeit, Heuchelei, Trug und Grobheit. Diese Artikel sind führend in der alten kastilischen Tradition.

Politische Nachrichten

In seinen politischen Artikeln spiegelt sich seine liberale Ideologie wider. Er behandelt Themen wie die Freiheit der Meinungsäußerung und die Zensur, etwa in seinem berühmten Artikel zum Allerheiligentag von 1836.

Romantische Poesie

Die romantische Poesie entwickelte sich später als andere Genres wie Drama und Prosa. Sie ermöglichte die Wiederbelebung der traditionellen Erzähldichtung (Romanzen) des Mittelalters.

Espronceda und die Lyrik

Espronceda verfasste sechs Kompositionen, die sich auf menschliche Randgruppen beziehen, wie La canción del pirata oder El mendigo, welche Freiheit und romantischen Individualismus feiern. Sein Werk El estudiante de Salamanca basiert auf dem Mythos des Verführers Casanova, der als Sünder seine eigene Beerdigung und den Spuk von Geistern erlebt.

Gustavo Adolfo Bécquer

Bécquer, der bedeutendste spanische Dichter des 19. Jahrhunderts, hatte einen entscheidenden Einfluss auf die spätere Lyrik (Juan Ramón Jiménez und die Generation von 27). Seine poetische Erneuerung liegt in der Schaffung einer intimen, schlichten und von Kunstgriffen befreiten Poesie.

Themen der Rimas

  • Liebe: Einige Gedichte bieten eine optimistische Sicht, doch meist dominiert der Schmerz über eine ideale, unerreichbare Liebe.
  • Einsamkeit, Angst und Tod: Frustrierte Liebe führt zu Einsamkeit und existenzieller Angst. Das poetische „Ich“ sehnt sich nach der Auflösung in der Natur.
  • Poesie und kreatives Schreiben: Für Bécquer sind Frauen und Liebe die Hauptquellen der Poesie. Er beklagt die Unzulänglichkeit der Sprache, da Gefühle individuell sind, während Worte nur universelle Konzepte ausdrücken können.

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