Die Romantik in Spanien: Merkmale und Hauptvertreter
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Die Romantik als soziale und künstlerische Bewegung
Die Romantik war eine soziale und künstlerische Bewegung, welche die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts umspannte. Ihr Hauptanliegen war das Recht auf Freiheit, sowohl in individualistischer als auch in kollektiver Hinsicht. In Spanien entwickelte sie sich später; während der Regierungszeit von Ferdinand VII. wurde der Ausdruck der Ideologie der Künstler dieser Zeit ermöglicht.
Merkmale der romantischen Literatur
Die Romantiker missachteten die klassischen Vorschriften. Die Leidenschaft ersetzte die Vernunft, und die künstlerischen Werke wurden zunehmend subjektiv. Romantische Werke zeichnen sich durch eine Mischung der Genres aus, gekennzeichnet durch die Kombination von Vers und Prosa sowie die Verwendung unterschiedlicher Strukturen in einem metrischen Gedicht.
Das Hauptthema ist der Ausdruck von Gefühlen, Emotionen und Lyrik. Der literarische Fokus liegt auf dem romantischen Individualismus; die Werke thematisieren den sozialen Rückzug sowie die Sorge um die Probleme anderer. Weitere Themen waren:
- Die Natur und die verschiedenen Stimmungen der Menschen
- Die Beschwörung einer idealisierten mittelalterlichen Vergangenheit
Diese Themen inspirierten erzählende und dramatische Werke. Während der Romantik wurden neue Werke geschaffen, die den Respekt vor der Identität aller Völker in ganz Europa sicherstellten. Dies markierte eine Renaissance der Sprachen; in Spanien entstand eine neue Welle von Literatur in galicischer, katalanischer und baskischer Sprache.
Lyrik in der Romantik
In Spanien gibt es zwei Stufen der Romantik:
- Erste Stufe: Im Zusammenhang mit politischen Aktivitäten stehen die Dichter im Konflikt mit der Gesellschaft und agieren kämpferisch. Zu dieser Phase gehört José de Espronceda.
- Zweite Stufe: Die sogenannte Spätromantik. Soziale Fragen der Aufklärung werden aufgegeben, stattdessen verstärken sich persönliche Themen. Gustavo Adolfo Bécquer und Rosalía de Castro repräsentieren diese Zeit.
Bedeutende Autoren und ihre Werke
José de Espronceda
Literarische und politische Affinitäten prägten das Leben des Autors, dessen Poesie das lyrische Genre beherrschte. Nach seinen Jahren im Exil entwickelte Espronceda einen Stil, der auf einer Mischung von Genres und metrischen Systemen basierte. Beispiele hierfür sind:
- Der Student von Salamanca (El estudiante de Salamanca)
- Die Welt des Teufels (El diablo mundo), die lyrische und dramatische Passagen sowie verschiedene Strophen enthält.
Die lyrischen Themen des Autors haben zwei Orientierungspunkte: romantische Ideale, wie im Lied des Piraten (Canción del pirata), und Lebenserfahrungen sowie die Liebe, wie in Canto a Teresa.
Narrative und Prosa
Eines der wichtigsten Ziele war es, der Öffentlichkeit die Identität des Landes auf zwei Wegen zu zeigen. Einige Autoren entschieden sich für die Anspielung auf die Vergangenheit, meist das Mittelalter. Das Ergebnis ist der historische Roman.
- Der wichtigste Autor ist Enrique Gil y Carrasco mit Der Herr von Bembibre.
- Legenden in Prosa und Versen wurden von Autoren wie Bécquer, dem Herzog von Rivas und José Zorrilla verfasst.
Der Sittenroman (Costumbrismo)
Ein weiterer Ausgangspunkt war der Sittenroman, in dem Artikel über Bräuche beschrieben werden. Repräsentative Autoren sind Cecilia Böhl de Faber und Ramón de Mesonero Romanos. Beide sind Vorläufer des Realismus. Innerhalb dieser Strömung ist Mariano José de Larra hervorzuheben, dessen Zeitungsartikel ohne Beschönigung das tägliche Leben der Spanier mit kritischer Absicht darstellten.