Römische Architektur: Maison Carrée und Kolosseum
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Die Maison Carrée in Nîmes
Die Maison Carrée ist ein römischer Tempel in der französischen Stadt Nîmes, der aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. stammt. Die Struktur zeichnet sich durch ein rechteckiges Satteldach aus. Wie für typische römische Tempel üblich, ruht das Gebäude auf einem großen Podium. Der Zugang erfolgt über eine zentrale Treppe an der Front, die zum Forum ausgerichtet ist.
An den Seiten sind die Säulen in die Wand der Cella (dem Innenraum für das Götterbild) integriert, was eine Mischung aus griechisch-etruskischen und römischen Einflüssen darstellt. Das Gebäude ist hexastyl, besitzt also sechs Säulen an der Vorderseite, und wird als pseudoperipteral bezeichnet, da die seitlichen Säulen in die Wände der Cella eingebettet sind. Die Dekoration folgt der korinthischen Ordnung und als Material wurde Marmor verwendet.
Das Kolosseum: Das Amphitheater der Flavier
Das Kolosseum, auch bekannt als Amphitheater der Flavier, war ein bedeutendes Gebäude im antiken Rom. Es diente als Schauplatz für Kämpfe zwischen Gladiatoren und wilden Tieren sowie für Darstellungen von Seeschlachten (Naumachien). Der Architekt des Bauwerks ist unbekannt, was in der römischen Kunst häufig vorkommt.
Aufbau und Struktur des Kolosseums
Das Innere gliedert sich in zwei Hauptbereiche:
- Die Arena: Eine mit Sand bedeckte Holzplattform. Darunter befand sich ein komplexes Netz aus unterirdischen Käfigen für Tiere, Unterkünften für Gladiatoren und Hebevorrichtungen.
- Die Cavea: Der Zuschauerbereich, der aus einer Tribüne mit mehreren Etagen bestand. Diese waren durch gewölbte Korridore miteinander verbunden.
Die sogenannten Vomitoria waren Durchgänge, die den schnellen Zu- und Abstrom der Zuschauermassen ermöglichten. Die Sitzordnung war streng hierarchisch: Die Plätze nahe der Arena waren dem Kaiser und seinem Gefolge vorbehalten, während der soziale Status der Zuschauer mit zunehmender Entfernung zur Arena abnahm.
Fassadengestaltung und Architektur
Die Außenfassade ist in vier Etagen unterteilt, die als Galerien mit Arkaden gestaltet sind. Jedes Stockwerk verwendet eine andere Säulenordnung, beginnend mit der toskanischen Ordnung. Diese Überlagerung der Ordnungen war in der römischen Architektur üblich und beeinflusste maßgeblich die spätere Renaissance. In den Arkaden des zweiten und dritten Stocks waren einst Statuen aufgestellt. Zudem war das Bauwerk mit Masten ausgestattet, an denen Markisen befestigt werden konnten, um den Zuschauern Schatten zu spenden.