Römische Dichtung: Ovid, Catull und ihre Zeitgenossen
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Ovid (43 v. Chr. – 18 n. Chr.)
Ovid war ein gelehrter Mann, der in einer sehr frivolen Gesellschaft lebte. Er gilt als erotischer Chronist seiner Zeit und gab seine juristische Laufbahn auf.
Werke
- Heroides: Briefe mythischer Heldinnen in Versen an ihre Liebhaber.
- Ars Amatoria: Die Kunst der Verführung für Männer und Frauen.
- Remedia amoris: Wie man die Schmerzen der Liebe loswird.
- Metamorphosen: Ein didaktisches Epos, das als Kompendium von Geschichten über die Entstehung der Welt und die mythologischen Verwandlungen der Wesen dient.
- Fasti: Über die Festtage Roms.
Martial (40 – 104 n. Chr.)
Geboren in Bilbilis (Calatayud). Seine Epigramme behandeln den Alltag mit all seinen Fehlern und Tugenden. Sie sind mal zart, liebevoll und ländlich geprägt, mal mutig und satirisch.
Elegie
Eine Untergattung der Lyrik. Sie drückt Trauer bei Begräbnissen, Schmerz über Verbannung, Liebe, Lob oder Patriotismus aus.
Ovid im Exil
In den Tristia und Epistulae ex Ponto beklagt er seine Situation im Exil in Tomi und bittet den Kaiser um Vergebung. Er starb im Exil.
Tibull (50 – 19 v. Chr.)
Verfasste vier Bücher, in denen er sich an Delia erinnert und seine Liebe zur Natur sowie das Landleben besingt. Er vertrat eine Anti-Kriegs-Stimmung.
Properz (47 – 15 v. Chr.)
Besang auf Wunsch des Maecenas Helden, Ereignisse der römischen Geschichte und Legenden.
Die römische Lyrik
Diese Gattung wurde bereits in der hellenistischen Welt von Dichtern wie Pindar, Archilochos, Sappho und Theokrit gepflegt und vermittelt persönliche Erfahrungen sowie Subjektivismus. In Rom begann sie am Ende des 1. Jahrhunderts v. Chr. durch den Kreis um Catull und Lutatius, gefolgt von der neoterischen Bewegung. Diese kritisierte den alexandrinischen Überfluss und wandte sich gegen reaktionäre politische Fragen zugunsten sozialer Ideale.
Catull (87 – 54 v. Chr.)
Der bedeutendste Vertreter dieser Poesie. Er entstammte einer elitären, frivolen Jugend. Werke: Epigramme aus dem Alltag und wunderschöne Gedichte, in denen er seine gequälte Liebesaffäre mit Lesbia, einer Frau aus der High Society, beschreibt.
Horaz (65 – 8 v. Chr.)
Bekannt für die Perfektion seines Stils sowie einen philosophischen und ironischen Sinn für das Leben. Er prägte Begriffe wie Aurea mediocritas und Carpe diem.
Werke
- Epoden: Heftiger Ton.
- Satiren: Persönliche Satire und Philosophie.
- Oden: Epikureische Philosophie, persönliche Gefühle, Alltag und patriotische Begeisterung.
Vergil (71 – 19 v. Chr.)
Lyrische Werke:
- Eklogen: Gedichte über pastorale Idyllen, modelliert nach Theokrit. Die Figuren sprechen von ihren Lieben und Leiden.
- Georgica: Ein Lehrgedicht über die Landwirtschaft, das darauf abzielt, die Tugenden und die Liebe zum Landleben sowie das unberührte Rom wiederzubeleben. Der Ton ist nüchterner und weniger künstlich als in den Eklogen.