Die römische Eroberung und Romanisierung Hispaniens
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Die römische Eroberung der Iberischen Halbinsel
Die Eroberung der Iberischen Halbinsel erfolgte in mehreren Etappen zwischen 218 v. Chr. – dem Beginn der römischen Intervention im Rahmen des Zweiten Punischen Krieges gegen Karthago – und dem Jahr 19 v. Chr., als die Gebiete im Norden Spaniens endgültig unterworfen wurden. Die römische Herrschaft dauerte bis zum Zusammenbruch des Reiches im späten 5. Jahrhundert n. Chr. an.
Der Prozess der Romanisierung
Wirtschaftliche Entwicklung und Ressourcen
Die Wirtschaft basierte auf der Nutzung von Ressourcen wie Metallen (vor allem Gold und Silber) sowie Sklaven (ehemalige Aufständische), die im Bergbau eingesetzt wurden. Die Landwirtschaft stützte sich auf die mediterrane Trias: Getreide (Weizen), Weinreben und Oliven. Die Römer führten den Pflug ein und weiteten die Bewässerung aus. Im Handwerk florierten die Fischsalzindustrie und die Keramikproduktion. Der Handel wurde durch die Verwendung von Münzen und die Schaffung eines dichten Kommunikationsnetzes (Straßen) stimuliert.
Gesellschaftliche Struktur in Hispanien
Der Erwerb der Staatsbürgerschaft war ein zentraler Aspekt der gesellschaftlichen Integration. Die Oberschicht bestand aus einer Minderheit von Senatoren und Rittern mit großem Vermögen. Die lokale Aristokratie in den Städten stellte die lokalen Richter (Magistrate). Darunter befand sich die Masse der freien Arbeiter, Bauern, Handwerker und Soldaten sowie Sklaven, die meist auf Latifundien und in Minen arbeiteten.
Verwaltung und städtische Kultur
Es entwickelte sich eine ausgeprägte städtische Kultur mit der Gründung zahlreicher neuer Städte. Die Stadt war das wesentliche Zentrum der Verwaltung des Reiches, der politischen Macht, des Warenverkehrs und des gesellschaftlichen Lebens. Die Provinzen bildeten die Verwaltungseinheiten (am Ende des Reiches gab es sechs: Gallaecia, Lusitania, Baetica, Carthaginensis, Tarraconensis und die Balearen). Zudem schufen die Römer Conventus als Unterabteilungen der Provinzen.
Kulturelles Erbe, Recht und Religion
Das kulturelle Erbe Roms spiegelt sich in Sprache, Recht und Religion wider. Latein setzte sich schrittweise gegen die vorrömischen Sprachen durch (nur das Baskische überlebte). Latein bildet das Substrat der romanischen Sprachen wie Kastilisch, Galicisch und Katalanisch. Das römische Recht wurde zur wesentlichen Grundlage des modernen Rechts. In der Literatur gab es bedeutende hispanische Beiträge, etwa von Seneca. In Bezug auf die Religion herrschte zunächst Toleranz; römische Kulte vermischten sich mit einheimischen Traditionen, bis das Christentum unter Kaiser Theodosius zur offiziellen Staatsreligion erhoben wurde.