Die römische Eroberung und Romanisierung Hispaniens

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Vorrömische Völker auf der Iberischen Halbinsel

Vor der Ankunft der Römer wurde die Iberische Halbinsel von verschiedenen Völkern bewohnt:

  • Iberer: Lebten entlang der Mittelmeerküste.
  • Tartessier: Lebten im westlichen Andalusien.
  • Kelten: Siedelten in Kastilien, León und Galizien.
  • Keltiberer: Lebten im Zentrum der Halbinsel.
  • Griechen: Gründeten Emporion und handelten mit Edelmetallen.
  • Phönizier: Gründeten Malaca.
  • Karthager: Waren ebenfalls präsent.

Die römische Eroberung (ab 218 v. Chr.)

Die Römer betraten die Iberische Halbinsel im Jahr 218 v. Chr. während der Punischen Kriege. Während des Zweiten Punischen Krieges versuchten die Karthager, Italien vom Süden her anzugreifen. Die römischen Generäle Gnaeus und Publius Scipio leiteten die Mission; die erste gegründete Stadt war Tarraco.

Im 2. Jahrhundert v. Chr. kam es zu heftigen Kämpfen gegen die Lusitaner unter ihrem Anführer Viriathus. Später wurden auch die Kantabrer unterworfen. Der Eroberungsprozess dauerte von 218 v. Chr. bis 19 n. Chr.

Verwaltungseinteilung Hispaniens

  • Zunächst wurde das Gebiet in Hispania Citerior (Hauptstadt Tarraco) und Hispania Ulterior (Hauptstadt Hispalis) unterteilt.
  • Später erfolgte eine Neugliederung in drei Provinzen: Tarraconensis, Lusitania (Hauptstadt Emerita Augusta) und Baetica (Hauptstadt Corduba).
  • Zusätzlich kamen Gallaecia (Hauptstadt Bracara Augusta) und Carthaginensis (Hauptstadt Carthago Nova) hinzu.

Faktoren der Romanisierung

Die Romanisierung war ein langsamer Prozess der kulturellen Assimilation der hispanischen Bevölkerung an die römische Lebensweise, der etwa sechs Jahrhunderte dauerte.

  • Bürgerrecht: Das römische Bürgerrecht bot Vorteile wie Steuererleichterungen, politische Aufstiegschancen und das Recht auf Landbesitz.
  • Gründung von Kolonien und Gemeinden:
    • Gemeinden: Bestehende Städte, die eine gewisse Selbstverwaltung behielten, aber höhere Steuern zahlten.
    • Kolonien: Neue Städte, die von Römern bewohnt wurden und besondere Privilegien genossen.
  • Das Militär: Soldaten verbreiteten die lateinische Sprache. Militärlager entwickelten sich oft zu Städten.
  • Sprache: Latein wurde zur offiziellen Sprache in Verwaltung, Bildung und Religion.
  • Kommunikationsnetz: Die Römer bauten über 10.000 km Straßen, darunter die Via Augusta (Cádiz bis Frankreich) und die Via de la Plata (Huelva bis Madrid).

Römische Kaiser aus Hispanien

Drei bedeutende Kaiser wurden in Hispanien geboren:

  • Trajan (53–117): Geboren in Italica, einer der wichtigsten Kaiser Roms; unter ihm erreichte das Reich seine maximale Ausdehnung.
  • Hadrian (117–138): Förderer der Künste, besonders in Athen.
  • Theodosius der Große (379–395): Geboren in Segovia, der letzte Kaiser des vereinten Römischen Reiches.

Berühmte Schriftsteller aus Hispanien

  • Martial (40–104): Geboren in Augusta Bilbilis (Calatayud), bekannt für seine satirischen Epigramme.
  • Marcus Annaeus Seneca (54 v. Chr. – 38 n. Chr.): Geboren in Cordoba.
  • Lucius Annaeus Seneca (4–65 n. Chr.): Philosoph und Tragödiendichter, Lehrer von Kaiser Nero.
  • Lucan (1. Jh. n. Chr.): Dichter der Pharsalia und Neffe von Lucius Seneca.

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