Römische und Islamische Kunst: Architektur und Geschichte

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Römische Kunst: Einflüsse und Merkmale

Die römische Kunst wurde maßgeblich von der etruskischen und griechischen Kunst beeinflusst. Der Totenkult führte dazu, Gräber mit Fresken und Porträts der Verstorbenen zu schmücken. Charakteristisch für diesen Stil sind das Porträt, der Rundbogen und die toskanische Säule. Die römische Architektur bewertete den Innenraum höher als die griechische und spiegelte komplexe politische sowie gesellschaftliche Strukturen wider.

Städtebau und urbanistische Struktur

Die Gründung neuer Städte in großen Gebieten erfolgte oft nach dem Netzplan des Hippodamos. Die Stadtplanung orientierte sich dabei an zwei Hauptachsen: dem Decumanus (Ost-West-Achse) und dem Cardo (Nord-Süd-Achse).

Architektonische Elemente und Materialien

Der Sinn römischer Gebäude war funktional, praktisch und utilitaristisch geprägt. Man schätzte geräumige Innenräume und eine geometrische Formgebung. Zu den tragenden Elementen gehörten:

  • Wände, Pfeiler, Säulen und Pilaster.
  • Gewölbeformen: Tonnengewölbe, Kreuzgratgewölbe und Kuppeln.
  • Materialien: Steinblöcke in verschiedenen Verbundarten (Padding, Opus caementitium, Lateritium).
  • Säulenordnungen: Dorisch, Toskanisch, Ionisch, Korinthisch und die Kompositordnung.

Wichtige Gebäudetypen

  • Öffentliche Gebäude: Forum (Zentrum wirtschaftlicher Aktivitäten) und Basilika (Zivilfunktion und Justiz).
  • Wohnbau: Ländliche Villen und städtische Wohnhäuser.
  • Grabstätten: Mausoleen und einfache Gräber.
  • Infrastruktur: Aquädukte (z. B. Segovia), Brücken (z. B. Alcántara) und befestigte Straßen (Calzadas).
  • Freizeitgebäude: Thermen (vergleichbar mit heutigen Bädern), Theater (z. B. Mérida) und Amphitheater (z. B. Kolosseum).
  • Gedenkbauwerke: Triumphbögen (Titus-Bogen, Septimius-Severus-Bogen) und Ehrensäulen (Trajanssäule).
  • Religiöse Gebäude: Tempel (rund wie das Maison Carrée oder rechteckig wie das römische Pantheon).

Islamische Kunst: Ursprung und Expansion

Die islamische Zivilisation hat ihre Wurzeln in der Religion Mohammeds und unterscheidet sich von der christlichen Weltanschauung durch einen theokratischen Staat. Das arabische Reich expandierte schnell (Syrien, Ägypten etc.) und übernahm Kunstformen der eroberten Länder. Unter der Omaijaden-Dynastie (661–750) wurden Gebiete im Westen erobert. Musa und Tariq nutzten die Schwäche der Westgoten, um auf die Iberische Halbinsel vorzudringen.

Al-Andalus und das Kalifat von Córdoba

Nach einem Aufstand in Bagdad im Jahr 750, der zum Aufstieg der Abbasiden führte, verkündete Abd al-Rahman II. die Unabhängigkeit des Kalifats von Córdoba: Al-Andalus.

Merkmale der islamischen Architektur

Die Gebäude sind meist niedrig gehalten und harmonieren mit der Landschaft. Häufige Materialien sind Ziegel, Putz und Holz. Die Säulen sind oft dünn, da die Dächer leicht konstruiert sind. Typisch sind:

  • Hufeisenbögen und vielpässige Bögen (Polilobulados).
  • Kreuzrippengewölbe.
  • Fokus auf reiche Innendekoration mit byzantinischem Einfluss.

Die Moschee als zentrales Bauwerk

Die Moschee ist der Versammlungsort der muslimischen Gemeinde. Sie verfügt über einen offenen Innenhof (Sahn), der von Arkaden umgeben ist und in dessen Mitte sich ein Reinigungsbrunnen befindet. An einer Seite steht das Minarett für den Gebetsruf. Der große Gebetssaal (Haram) besteht aus vielen Schiffen, die senkrecht zur Qibla-Wand verlaufen.

Die Entwicklung der Moschee von Córdoba

Ein herausragendes Beispiel ist die Moschee von Córdoba, die unter Abd al-Rahman I. auf den Fundamenten der christlichen Basilika San Vicente begann:

  • Abd al-Rahman II.: Erweiterte die Länge der Schiffe.
  • Abd al-Rahman III.: Baute den Innenhof aus und errichtete das Minarett.
  • Al-Hakam II.: Erbaute den Mihrab und die Maxura.
  • Almansor: Fügte acht weitere Schiffe und zusätzliche Erweiterungen hinzu.

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