Die römische Literatur: Terentius, Seneca und die Fabula
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P. Terentius Afer: Kultur und Einfallsreichtum
Publius Terentius Afer besaß große Kultur und Einfallsreichtum. Seine Anfänge waren schwer, doch er blieb der Qualität seines Werkes treu. Seine Werke sind:
- Andria („Das Mädchen von Andros“)
- Heautontimorumenos („Der Selbstquäler“)
- Eunuchus („Der Eunuch“)
- Adelphoe („Die Brüder“)
- Phormio („Phormion“)
- Hecyra („Die Schwiegermutter“)
Im Vorwort zu seiner Arbeit verteidigte er sich gegen die Vorwürfe seiner literarischen Gegner. Er stattete seine Figuren mit großer Menschlichkeit aus.
Togata Fabula
In der Togata Fabula tragen die Charaktere römische Roben (Togen). Sie begann mit einem Prolog, und die Szene war vergleichbar mit der Palliata. Die Themen stammten aus dem täglichen Leben der arbeitenden Menschen; die zentrale Frage war das Liebesinteresse, wobei oft die Trennung eines liebenden Paares thematisiert wurde. Ein weiteres Thema war der Ehebruch. Eine Neuerung war, dass es Sklaven erlaubt war, klüger zu sein als ihre Herren.
Cothurnata Fabula
In der Cothurnata Fabula waren die Charaktere mit Stiefeln beschlagen, einem Schuh mit hoher Plattform (Kothurn). Die römische Tragödie weist einen starren, gezwungenen und unnatürlichen Stil auf, mit einer Vorliebe für Pathos und einer Tendenz zur rhetorischen Übertreibung.
Fabula Praetexta
In der Fabula Praetexta tragen die Charaktere ein weißes Gewand mit einem violetten Streifen. Diese Gattung behandelt die Taten der Helden aus der Legende oder Geschichte Roms. Es war verboten, lebende Personen auf der Bühne zu loben oder zu tadeln, weshalb man glaubt, dass zeitgenössische historische Praetextae für einen bestimmten und besonderen Anlass geschrieben wurden.
Lucius Annaeus Seneca
Besonders hervorzuheben ist Lucius Annaeus Seneca, der schon in jungen Jahren von der Philosophie geprägt wurde und sich dem Stoizismus anschloss. Aufgrund des Verdachts der Beteiligung an einer Verschwörung wurde ihm befohlen, Selbstmord zu begehen. Er verfasste neun dramatische Cothurnae:
- Hercules Furens
- Medea
- Troades (Die Troerinnen)
- Phaedra
- Agamemnon
- Oedipus
- Hercules Oetaeus
- Phoenissae
- Thyestes
Zudem verfasste er eine Praetexta (Octavia). Seine Werke besitzen eine große Intensität in ihrer psychologischen Darstellung, mit dem Ziel, eine moralische Wirkung zu provozieren. Die Handlung und die Charaktere sind das Ergebnis philosophischer Reflexion. Menschliche Handlungen werden von den Göttern entkoppelt; der Mensch ist für seine Taten und deren Folgen selbst verantwortlich. Seneca vermenschlicht den Helden.