Römische Lyrik und die Werke von Horaz
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Die Entwicklung der römischen Lyrik
Lyrik: Diese Gattung kultiviert die Gefühle in der Poesie. Sie erscheint im 2. Jahrhundert v. Chr. aufgrund interner sozioökonomischer Probleme. Auch der Humanismus förderte die Privatsphäre im hellenischen Kreis um Scipio den Jüngeren, der Individualität und persönlichen Geschmack betonte.
Die alexandrinische Poesie
Die alexandrinische Poesie ist ein Genre, dessen Modell das Griechische imitiert. Bekannte Autoren sind Kallimachos und Theokrit (v. Chr.). Die künstlerische Ausgestaltung widmet sich den kleinen Dingen des Lebens und zeigt ein großes Interesse an Details – eine Reaktion gegen die griechische Klassik.
Poetae Novi und die Neoteriker
Die Poetae Novi oder Neoteroi waren Dichter, die erotische Epigramme schrieben, von denen nur wenige erhalten geblieben sind. Sie gruppierten sich um den Kreis von Lutatius Catulus. Diese „Aufsteiger“ zeichneten sich durch kurze Gedichte mit formaler Perfektion und verschiedenen Themen aus. Zu ihnen gehörten Helvius Cinna, Licinius Calvus und Catull.
Quintus Horatius Flaccus (Horaz)
Horaz wurde 65 v. Chr. in Venusia geboren und starb 8 v. Chr. Er studierte in Rom und später in Athen, wo er in die Armee von Marcus Iunius Brutus eintrat und 42 v. Chr. an der Schlacht von Philippi teilnahm. Er kehrte nach Rom zurück und arbeitete in der Schatzkammer. Im Jahr 38 v. Chr. stellten ihn Vergil und Varro seinem Gönner Maecenas vor.
Das literarische Werk von Horaz
- Epoden: 17 kurze Gedichte mit gewalttätigem, sarkastischem Ton zu verschiedenen Themen. Sie enthalten virulente Schmähungen und sind voller Sarkasmus, der sich gegen anonyme Personen richtet.
- Oden (Carmina): Vier Bücher mit insgesamt 104 Oden. Horaz versuchte, eine lateinische Lyrik zu erschaffen, die mit der griechischen Poesie konkurrieren konnte. Die Themen sind vielfältig, behandeln aber meist historische Stoffe. Das Carmen Saeculare ist ein lyrisches Gedicht im Auftrag des Kaisers, um die Götter zu feiern und ihnen für eine neue Ära des Friedens zu danken.
- Satiren: Zwei Bücher mit achtzehn Gedichten in Hexametern. Sie bieten Einblicke in sein Leben und kritisieren die Laster der damaligen Gesellschaft.
- Briefe (Epistulae): Auch als „Sermones“ bezeichnet, sind dies literarische Briefe in Hexametern, die an ein lesendes Publikum gerichtet sind. Horaz reflektiert darin, wie man glücklich lebt. Die ersten beiden Bücher enthalten zweiundzwanzig bzw. drei Briefe.
Stil und Bedeutung
Der Stil von Horaz ist bemerkenswert ausgefeilt und perfekt; er verwendet stets das richtige Wort oder die passende Konstruktion. Seine Kompositionen sind rigoros und harmonisch. Nach Horaz hat der Dichter die Aufgabe, die Gesellschaft zu erziehen (educare) und Gefühle zu interpretieren. Er war der Schöpfer zahlreicher literarischer Themen und Topoi.