Römische Skulptur: Porträtkunst und historische Bedeutung

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Allgemeine Merkmale der römischen Skulptur

Die römische Skulptur umfasst vorwiegend Statuen aus Marmor und Stein, doch wurden auch Materialien wie Terrakotta, Gips, Holz, Gold, Silber, Bronze und Elfenbein verwendet. Oftmals wurden Details wie Lippen, Augenbrauen, Wimpern, Barthaare, die Iris und Kleidung farblich hervorgehoben.

Die römische Plastik konzentrierte sich auf zwei Hauptbereiche: das historische Relief und das Porträt. Ein Großteil der römischen Skulpturen von Helden und Göttern basiert auf Kopien griechischer Vorbilder.

Die soziale und politische Rolle der Skulptur

In römischen Städten dienten Statuen und Skulpturen als Beweis für die politische und soziale Ordnung. Öffentliche Gebäude wie Bibliotheken, Theater, Tempel und Thermen waren reich dekoriert. Das Forum galt als der am besten geeignete Ort für die Aufstellung von Skulpturen. Die römische Skulptur betonte historische Ereignisse und Persönlichkeiten mit propagandistischer Absicht, wobei Marmor und Bronze bevorzugt wurden.

Das römische Porträt

Das Porträt zeichnet sich durch seinen Realismus aus, der individuelle Züge betont, ohne Makel zu ignorieren. Dieser realistische Ansatz wurzelt in der Tradition der Wachsmasken Verstorbener (imagines maiorum), die in den Häusern zur Erinnerung an die Vorfahren aufbewahrt wurden.

Arten der Porträtdarstellung

  • Ganzkörperporträts
  • Sitzende Figuren
  • Büsten
  • Reiterstandbilder

Nach dem Tod des Augustus entstand ein neues Bildnis: der Kaiser wird halbnackt und mit einem Lorbeerkranz dargestellt. Weibliche Porträts sind hingegen weniger zahlreich.

Epochen der Porträtkunst

  • Republikanische Zeit: Fokus auf das Gesicht mit sehr realistischen Porträts (z. B. Cicero, Pompeius, Julius Caesar).
  • Augusteische Zeit: Verbindung von griechischer Idealisierung mit ausgeprägtem Realismus; Darstellung des göttlichen Kaisers.
  • Flavische Zeit: Die Büste wird bis zur Brust erweitert. Die Porträts wirken natürlicher und monumentaler (z. B. Titus und Domitian).
  • Hadrianische Zeit: Wiederbelebung der griechischen Idealisierung mit Innovationen: Darstellung des Bartes und der Pupillen, um den Ausdruck zu verstärken.
  • Barocke Phase (Antonine): Starkes Interesse an Licht- und Schatteneffekten durch den Einsatz des Bohrers bei Bart- und Haarpartien (z. B. Reiterstandbild des Mark Aurel).

Historische Reliefs

Die Themen der historischen Reliefs werden in narrativen und kontinuierlichen Darstellungen von Feldzügen entwickelt, die wichtige Fakten und Ereignisse festhalten. Dabei gewinnt die Darstellung von Landschaften, Flüssen, Hügeln, Bäumen und Pflanzen zunehmend an Bedeutung.

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