Rousseau, Gesellschaftsvertrag und totalitäre Systeme
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Rousseaus Philosophie: Freiheit und Gesellschaft
Rousseau vertrat die Ansicht, dass Menschen von Natur aus frei und gleich sind, ausgestattet mit Barmherzigkeit, Güte und einer natürlichen Einfachheit. In einem Zustand der Fülle können sie leicht koexistieren. Wenn wir jedoch Ungleichheit und den Kampf zwischen Männern beobachten, ist dies die Schuld der Gesellschaft und ihrer schlimmsten Institution: dem Privateigentum. Rousseau postuliert: Der Mensch ist von Natur aus gut, die Gesellschaft korrumpiert ihn.
Das einzige legitime Staatsoberhaupt ist der Rechtsstaat, der alle Menschen und ihr Eigentum gleichermaßen durch einen Gesellschaftsvertrag schützt. Dieser Vertrag zeichnet sich durch folgende Punkte aus:
- Wenn wir alle gleich sind, entstehen keine Unterschiede.
- Er beinhaltet keinen Verlust der persönlichen Freiheit.
- Er garantiert die Bedingungen einer gerechten Gesellschaft.
Die Souveränität liegt im Willen des Volkes, was eine Abstraktion darstellt, die den demokratischen Geist verkörpert.
Gesellschaft und Staat in der modernen Welt
Faschismus und Kommunismus bieten zwei gegensätzliche Möglichkeiten, das Verhältnis zwischen Bürgerschaft und Staat sowie zwischen öffentlichen und privaten Interessen zu betrachten.
Die faschistische Lösung: Der totalitäre Staat
Der Faschismus versteht sich als Verteidigung eines totalitären Staates gegen die Probleme liberaler Staaten. Er kritisiert zwei Aspekte des Liberalismus:
- Kritik an der liberalen Fiktion: Der Liberalismus stellt den Staat als Produkt eines Verfassungspaktes freier Individuen dar. Der Faschismus entgegnet, dass Individuen in einer historisch definierten Gemeinschaft geboren werden: der Nation.
- Kritik am Individualismus: Die Überhöhung der individuellen Freiheit führt laut Faschismus zu einem Sumpf aus Machtkämpfen, in dem die Fähigkeit fehlt, sich für das Gemeinwohl zu opfern.
Die Lösung des totalitären Staates umfasst folgende Merkmale:
- Die Nation als politische Gemeinschaft: Ihr Sprecher ist der Führer, der sich mit dem Geist des Volkes identifiziert. Der Führer lebt für sein Volk, und das Volk für seinen Führer.
- Aufhebung der Gewaltenteilung: Die Unabhängigkeit der Justiz entfällt; der Führer steht über dem Gesetz. Es gibt keine rechtlichen Schutzmaßnahmen gegen seine Richtlinien.
- Propaganda statt Debatte: Abstimmungen werden durch Akklamation ersetzt, Zusammenarbeit durch Unterwerfung und Kritik durch Huldigung.
- Absolute Macht: Der Staat übt absolute Kontrolle über die Gesellschaft und das geistige Leben aus.
- Elitäres Geschichtsbild: Vertretung einer aristokratischen und elitären Vorstellung von Gesellschaft und Geschichte.
- Unterdrückung: Systematische Unterdrückung und Zerschlagung der Arbeiterbewegung sowie kommunistischer und anarchistischer Gruppen.