Das Russische Reich und die Revolution von 1917

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Das zaristische Russland im frühen 20. Jahrhundert

Das zaristische Russland war im frühen 20. Jahrhundert ein riesiges, multinationales Reich mit einer Fläche von mehr als 20 Millionen km² in Europa und Asien. Die Russen machten etwa 40 % der Bevölkerung aus und bildeten den Kern des Reiches.

Das Russische Reich war wirtschaftlich und sozial rückständig. Um 1914 lebten über 80 % der Bevölkerung von der Landwirtschaft. Seit der Bauernbefreiung von 1861 waren die Bauern zwar rechtlich frei und konnten migrieren, doch in der Praxis mussten sie weiterhin als Landarbeiter oder Pächter für Großgrundbesitzer oder reiche Bauern (Kulaken) arbeiten.

Die industrielle Entwicklung in Russland beschleunigte sich nach 1880, insbesondere durch den Ausbau der Eisenbahn. Diese industrielle und technologische Modernisierung war für das Überleben des Staates notwendig, stand jedoch im Kontrast zur politischen Stagnation. Das zaristische Russland war ein autokratisches System, das auf dem Willen des Zaren basierte. Unterstützt wurde er durch den traditionellen Adel, die orthodoxe Kirche, die Armee, eine stark zentralisierte Bürokratie und einen gefürchteten Repressionsapparat unter der Leitung der politischen Polizei.

Die Russische Revolution von 1917

Der Erste Weltkrieg offenbarte die schlechte Vorbereitung und die Schwächen der russischen Wirtschaft. Streiks und Forderungen nach „Frieden und Brot“ nahmen zu, da politische Reformen ausblieben. Der Streik vom 23. Februar 1917 führte zu einer Welle der Solidarität, die in einem Generalstreik und einer Meuterei am 27. Februar mündete.

Es bildeten sich Sowjets (Arbeiter- und Soldatenräte), die zunächst von Menschewiki und Sozialrevolutionären dominiert wurden. Die Duma bildete eine provisorische Regierung unter dem Vorsitz von Fürst Lwow, später unter Kerenski, mit dem Ziel, eine verfassungsgebende Versammlung einzuberufen. Durch die Ausbreitung der Sowjets entstand eine „Doppelherrschaft“.

Die sozialen Gruppen hatten unterschiedliche Interessen, doch der Wunsch nach Frieden war einhellig. Innerhalb der europäischen Sozialisten kam es zu einer Spaltung bezüglich der Unterstützung der jeweiligen Regierungen im Krieg. In seinen Aprilthesen forderte Lenin:

  • Die sofortige Beendigung des Krieges
  • Die Kontrolle der Produktion
  • Die Umgestaltung der bürgerlichen Republik in eine Republik der Arbeiter und Bauern

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