Sakramente: Evangelische und katholische Perspektiven

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Positionen der evangelischen Kirchen zu den Sakramenten

Generell halten sie daran fest, dass die Sakramente Zeichen für etwas Heiliges (Gnade, Glaube) sind, leugnen aber, dass sie wirklich die Ursache der göttlichen Gnade sind. Die Episkopalen und Anglikaner hingegen, vor allem die rituell orientierten (Ritualisten), halten mit den Katholiken daran fest, dass die Sakramente "wirksame Zeichen" der Gnade sind.

Martin Luther und seine frühen Anhänger lehnten die scholastische Auffassung von den Sakramenten ab. Sie verursachen keine Gnade, sondern sind "bloße Zeichen und Zeugnisse des guten Willens Gottes gegen uns" (Confessio Augustana). Sie fördern den Glauben, und durch den Glauben wird der Mensch von Gott dem Vater – als Ursprung der externen Verdienste und der Heiligkeit Jesu Christi – gerechtfertigt. Calvinisten und Presbyterianer vertreten im Grunde die gleiche Doktrin.

Zwingli glaubte, dass die Sakramente Zeichen unserer Treue zu Gott sind. Das heißt, die Sakramente sind nichts als die Erinnerung an Christus und Signale unserer christlichen Berufung. Durch den Empfang der Sakramente bringen wir unseren Glauben an Christus zum Ausdruck; sie sind schlichtweg die Stimmen unserer Treue.

Die Sakramente als Zeichen des Glaubens

  • Ausdruck und Feier des Glaubens der katholischen Kirche: Die Kirche glaubt an die Wirksamkeit der sakramentalen Zeichen. Sie handelt "im Namen Christi" (ein Fachbegriff, der angibt, dass die Kirche wirkt und der unsichtbare Christus wirklich gegenwärtig ist) und mit der Autorität durch ihn: "Die Kirche ist das Sakrament der Wirkung von Christus" (KKK 1118). Daher ist für die Gültigkeit eines Sakramentes erforderlich, dass die Kirche stets das zu tun beabsichtigt, was die Kirche feiern will.
  • Ausdruck und Feier des Glaubens der empfangenden Person: Ohne den Glauben an Christus und sein Heilswerk ist die sakramentale Handlung nicht gegeben (vgl. Mt 16,15-19; Apg 8,37).
  • Nähren und Stärken des Glaubens: Wir rufen: "Herr, ich glaube, hilf meinem Unglauben!" (Mk 9,24). Die Feier der Sakramente vertieft den Glauben.

Elemente des Sakraments: Symbol, Gedenken und Ritual

Das sakramentale Zeichen

Ein Zeichen oder Symbol einer übernatürlichen, heilbringenden Wirklichkeit, d. h. die Vereinigung von einem Signifikanten (Sinnbild) und einem unsichtbaren Signifikat (Bezeichnetes). Es ist eine heilbringende, übernatürliche Wirklichkeit, deren Vereinigung auf Ähnlichkeit oder Analogie basiert. Das sakramentale Zeichen ist nicht einfach eine leblose Sache, sondern eine symbolische Handlung durch ein natürliches Element, vollzogen von einem Spender, der die Kirche repräsentiert.

Die unsichtbare Bedeutung (Christus in seinen Heilsmysterien) ist im Sichtbaren (der Spender, der mit Elementen der Natur oder Gesten wirkt) nicht nur beabsichtigt, sondern wirklich präsent. Diese heilbringende Gegenwart Christi beruht auf seiner Entscheidung, im sakramentalen Zeichen gegenwärtig zu sein; dies nennen wir die Einsetzung des Sakraments durch Christus.

Materie und Form

Das sakramentale Symbol besteht aus zwei Elementen, die von der aristotelischen Philosophie inspiriert sind: "Materie" und "Form". Wie in der physischen Welt hat das sakramentale Zeichen zwei Komponenten:

  • Die "Materie" (das Subjekt) ist das Prinzip der symbolischen Handlung oder Geste, bei der der Spender ein materielles Element (Wasser, Brot, Öl) verwendet oder eine Geste vollzieht.
  • Die "Form" sind die Worte des Spenders, welche die symbolische Handlung begleiten und deren Bedeutung bestimmen.

Beide zusammen bilden das sakramentale Zeichen, das von Christus eingesetzt wurde. Der Herr gab das äußere Symbol, um ihm als Sakrament eine besondere Bedeutung und Wirksamkeit zu verleihen. Worte sind das wichtigste Element, da sie den Sinn der symbolischen Handlung festlegen. Dennoch darf die symbolische Handlung nicht unterschätzt werden: Es bedarf der Harmonie und Verstärkung zwischen beiden Komponenten, die einander ergänzen.

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