Die Schule von Athen: Analyse von Raffaels Meisterwerk
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Die Schule von Athen: Ein Meisterwerk der Renaissance
Das Fresko besitzt eine Basis von 7,70 m und eine Höhe von 5,00 m. Es ist zentral gelegen, gegenüber der Disputa del Sacramento. Das Werk verkörpert die Philosophie durch eine Szene, die ein Treffen klassischer Philosophen darstellt. In dieser Arbeit nutzt Raffael den Raum, um die Gesetze der Oberfläche zu definieren und die Figuren von links nach rechts zu ordnen. Die Aussicht wird durch die überstehenden Seitenwände unterbrochen [1].
Philosophie und Architektur
Die Schule von Athen ist Teil der philosophischen Abteilung der Stanzen des Vatikan unter Papst Julius II. und zeigt Philosophen, Naturwissenschaftler und Mathematiker der klassischen Ära. Die Figuren befinden sich in einer klassischen Architektur mit Gewölben und Thermen. In einigen Nischen stehen gigantische Statuen der Götter Apollon und Athene. Diese Architektur erinnert an den Entwurf der Petersbasilika von Bramante.
Platon und Aristoteles, die während des gesamten Mittelalters als die wichtigsten Vertreter der antiken Philosophie galten [1], befinden sich in der Mitte der Komposition, direkt über dem Fluchtpunkt:
- Platon hält den Timaios und zeigt mit der Hand zum Himmel.
- Aristoteles hält eine Kopie seiner Nikomachischen Ethik und zeigt zur Erde.
Beide diskutieren die Suche nach der Wahrheit, wobei ihre Gesten ihre jeweiligen philosophischen Interessen widerspiegeln.
Weitere bedeutende Figuren
Andere Charaktere wurden als verschiedene Philosophen des Altertums identifiziert, die auf zwei Ebenen platziert sind, welche durch eine Treppe getrennt werden. Auf der linken Seite lässt sich die Figur des Sokrates erkennen [1].
Auf der linken Seite befindet sich ein großer Steinblock, dessen Bedeutung mit dem ersten Brief des Petrus verknüpft ist und Christus als den „Eckstein“ symbolisiert. Der Mann auf dem Block ist Heraklit, dargestellt mit den Zügen von Michelangelo. Dieser Charakter war ursprünglich nicht in der Skizze oder dem Karton des Freskos enthalten, der in der Biblioteca Ambrosiana in Mailand aufbewahrt wird. Die Figur zeigt Michelangelo mit den für ihn typischen Stivali (Reitstiefeln), die Florentiner Maler oft trugen. Im Jahr 1510, nachdem Raffael Michelangelo bei der Arbeit an der Decke der Sixtinischen Kapelle beobachtet hatte, fügte er ihn als Zeichen des Respekts in sein Gemälde ein. Diese Figur füllte zudem eine große Lücke in diesem Teil des Freskos.
Selbstporträt und Randfiguren
Das Selbstporträt von Raffael befindet sich auf der rechten Seite des Bildes: ein junger Mann mit braunem Haar, der den Betrachter direkt ansieht und einen blauen, runden Hut trägt. Neben ihm steht Perugino mit einem ähnlichen, jedoch weißen Hut. Auf der linken Seite ist Hypatia von Alexandria (dargestellt als Margherita Luti oder Francesco Maria I. della Rovere) in Weiß gekleidet und beobachtet ebenfalls den Betrachter.